Berlin - Trotz der Präsenz der Bundespolizei werden Zugbegleiter und Mitarbeiter der Deutschen Bahn immer wieder von Maskenverweigerern beschimpft und angegriffen. „Unsere Mitarbeiter wurden 2020 rund 200-mal in Handgreiflichkeiten mit Maskenverweigerern verwickelt“, sagte ein Unternehmenssprecher der Bild am Sonntag. Insgesamt sei die Akzeptanz von Masken bei den Reisenden nach wie vor aber sehr hoch: Mehr als 99 Prozent der Kunden hielten sich an die Tragepflicht.

Von September 2020 bis 4. März 2021 erteilte die Bundespolizei nach BamS-Informationen 312.000 „Belehrungen wegen Verstoßes gegen die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung“ in Zügen und auf Bahnhöfen. Gegen 9249 Betroffene wurden Bußgeldverfahren eingeleitet, zudem 959 Platzverweise an Bahnhöfen erteilt. 539 Maskenverweigerer mussten den Angaben zufolge aus Zügen aussteigen.

Eisenbahngewerkschaft will spezielle Staatsanwaltschaften

„Schlimm und völlig inakzeptabel sind vor allem die vielen persönlichen und oft sehr drastischen Beleidigungen, wenn uneinsichtige Fahrgäste auf die Tragepflicht von Masken hingewiesen werden“, berichtete Kristian Loroch von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). „Viele Kolleginnen und Kollegen haben das Gefühl, gar nicht mehr als Mensch wahrgenommen zu werden.“ Loroch forderte deshalb Schwerpunktstaatsanwaltschaften, die solche Übergriffe gezielt strafrechtlich verfolgen sollten.