Ein Obdachloser ist in Berlin-Friedrichshain angegriffen und schwer verletzt worden. Der 38-Jährige war nach Angaben der Polizei am Dienstagnachmittag auf dem Oberdeck eines Parkhauses am Ostbahnhof mit vier Männern in Streit geraten. Die Gruppe habe dann auf den Mann eingeschlagen und in den Bauch getreten. Als er am Boden lag, sollen die Angreifer ihn weiter mit Schlägen und Tritten malträtiert haben.

Einer aus der Gruppe soll laut Polizeiangaben den 38-Jährigen dann mit einem Messer mehrere tiefe Schnittwunden im Gesicht zugefügt haben. Der Verletzte musste in einem Krankenhaus notoperiert werden. Alle vier mutmaßlichen Täter, die laut Polizei ebenfalls Obdachlose sein sollen, wurden festgenommen. Der mutmaßliche Messerstecher, ein 26-Jähriger, verletzte sich selbst mit der Klinge und kam zunächst zur Behandlung in eine Klinik. Anschließend wurde er der Kriminalpolizei übergeben.

Die anderen drei mutmaßlichen Schläger im Alter von 20, 31 und 35 Jahren kamen nach Feststellung ihrer Personalien wieder auf freien Fuß. Ob ihr Opfer für immer entstellt sein wird, ist derzeit noch unklar. Zuletzt gab es immer wieder brutale Auseinandersetzungen im Obdachlosenmilieu. Vor etwa einer Woche starben drei Wohnungslose an einem Tag. Die Polizei schließt bei diesen Fällen bisher aus, dass die beiden Männer und die Frau Verbrechen zum Opfer fielen.

Insbesondere am Ostbahnhof werden immer wieder Obdachlose schwer verletzt. Erst Mitte April hatten drei Männer und eine Frau nachts einen schlafenden Obdachlosen an einer Brückenunterführung am Ostbahnhof angegriffen und lebensgefährlich verletzt. Sie schlugen ihn laut Polizei unter anderem mit einem Stock, an dem eine Klinge angebracht war. In der Nacht zum 1. Mai soll ein betrunkener Polizist in Friedrichshain einen Obdachlosen bedrängt und ihm einen Zungenkuss gegeben haben. Anschließend schlug der Beamte außer Dienst den Mann bewusstlos.