Berlin - In Berlin-Lichtenberg haben lebensgefährliche Wurfgeschosse aus einem Hochhaus einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Nach Angaben der Polizei hatten Unbekannte am frühen Mittwochabend zwei Autoräder aus einem der oberen Stockwerke eines 18-geschossigen Wohnhauses an der Dolgenseestraße in Friedrichsfelde geworfen. Nur mit viel Glück wurde niemand verletzt. 

Laut Polizei befindet sich vor dem Haus eine Grünanlage mit Kinderspielplatz. Als die Reifen samt Felgen auf dem Boden aufschlugen, sollen sich gerade mehrere Menschen auf dem Spielplatz aufgehalten haben. Entsetzte Anwohner alarmierten daraufhin die Polizei, die den Bereich absperrte und Spuren an den Rädern sicherte.

Polizei befragt Verdächtige aus den oberen Etagen

Als Einsatzkräfte das Hochhaus nach den Tätern durchsuchten, fielen ihnen laut Polizei immer wieder mehrere Personen auf, die sich an einem Fenster in einer der oberen Etagen aufhielten. Ermittler der Kriminalpolizei befragten die Verdächtigen und nahmen ihre Personalien auf. Unklar war zunächst, ob sich später der Tatverdacht erhärtete. 

Ein Polizeisprecher erklärte, die Grünanlage sei von dem Hochhaus aus nur schlecht einsehbar. Es sei also gut möglich, dass der oder die Täter nicht abschätzen konnten, dass sie mit der Aktion Menschen in Lebensgefahr gebracht haben. Die Ermittlungen wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung dauern an. 

Junge wirft Baumstumpf von Hochhaus-Balkon und erschlägt Kind

Im Oktober 2018 war ein kleiner Junge in Reinickendorf von einem herabstürzenden Stück eines Baumstamms erschlagen worden. Der Holzstumpf war aus einem 15-stöckigen Hochhaus im Märkischen Viertel geworfen worden. Zwei Kinder waren zu diesem Zeitpunkt mit ihren Fahrrädern vor dem Haus vorbeigefahren, als der Achtjährige getroffen wurde. Der Junge erlitt schwerste Verletzungen, an denen er starb. Auf Fotos und Filmaufnahmen war das etwa 30 Zentimeter dicke und 40 bis 50 Zentimeter lange Teil des Baumstamms zu sehen.

Durch die Auswertung von Videoaufnahmen aus dem Gebäude kamen Ermittler auf die Spur eines zehnjährigen Jungen, den sie kurz darauf in der Schule festnahmen. Der Junge hatte das mehrere Kilo schwere Holzstück in das Haus geschleppt und von einem der frei zugänglichen Balkons heruntergeworfen.