Berlin - Aus Frust über das Verhalten eines Taxifahrers hat ein Straßenbahnfahrer in Berlin-Mitte das Auto gerammt und einfach aus dem Weg geräumt. Nach Angaben der Polizei hatte der Taxifahrer am Freitagabend, gegen 21 Uhr, vor einer Ausfahrt an der Gontardstraße angehalten, um seine Fahrgäste aussteigen zu lassen. Das Auto habe so ungünstig gestanden, dass die Straßenbahn, die in Richtung Rathausstraße unterwegs war, nicht weiterfahren konnte. Der 57-jährige Triebwagenführer sei aufgebracht aus der Bahn gestiegen und habe den Taxifahrer zur Rede gestellt, woraufhin laut Polizei ein lautstarker Streit entbrannt sei. 

„Gerade als der Taxifahrer den Weg wieder freigeben und vor der Tram wenden wollte, soll der Straßenbahnführer beschleunigt das Taxi absichtlich gerammt haben“, erklärte ein Polizeisprecher am Sonnabendvormittag. Das Auto sei knapp 20 Meter bis in die Tramhaltestelle hineingeschoben worden. Dabei wurden laut Polizeiangaben auch ein Fußgängerschutzgitter und die Haltestellensäule beschädigt.

Der 33-jährige Taxifahrer erlitt dadurch leichte Verletzungen. Alarmierte Rettungskräfte brachten ihn und den 57-jährigen Straßenbahnfahrer in ein Krankenhaus. Der Tramverkehr blieb bis gegen 23.45 Uhr unterbrochen. Der 57-Jährige muss sich im Rahmen eines Strafermittlungsverfahrens wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr verantworten. Ob er auch dienstrechtliche Konsequenzen zu befürchten hat, war zunächst unklar.