Berlin - Jede Nacht brennen in Berlin Autos. Die Brandstifter zu überführen ist sehr schwer, da man die Täter auf frischer Tat ertappen muss. Ermittlern ist nun gelungen, einen mutmaßlichen Brandstifter aus der linksradikalen Szene dingfest zu machen. Er soll in der Hauptstadt mindestens neun Fahrzeuge durch Feuer erheblich beschädigt haben. 

Der 38-Jährige soll demnach zunächst in der Nacht zum 26. Oktober in Kreuzberg gewütet haben. Nach Angaben der Polizei soll er an vier Orten nahe des Moritzplatzes und des Wassertorplatzes sechs Autos in Brand gesteckt haben. Einige weitere habe er versucht, anzuzünden. Es entstand ein enorm hoher Sachschaden. Da die Polizei Hinweise darauf hatte, dass der Verdächtige dem linksradikalen Milieu angehört, hatte der Staatsschutz der Polizei die Ermittlungen übernommen. 

Wochenlange Ermittlungen führten schließlich zu dem mutmaßlichen Brandstifter. Dabei fanden die Ermittler heraus, dass der Mann noch für drei weitere Autobrandstiftungen verantwortlich sein soll. Nachdem der Tatverdacht gegen ihn erhärtet werden konnte, erließ die Berliner Staatsanwaltschaft einen richterlichen Haftbefehl. 

SEK-Beamte und Sprengstoffspezialisten vollstreckten den Haftbefehl

Am frühen Donnerstagmorgen dann der Zugriff: Ermittler des Landeskriminalamtes, Beamte eines Spezialeinsatzkommandos sowie Sprengstoffanalysten und -entschärfer vollstreckten den Haftbefehl. Um Beweismittel zu sichern, wurden vier Wohnungen durchsucht, in denen sich der Verdächtige immer wieder aufgehalten haben soll. Dabei wurden einsatzfähige Brandsätze und Material zum Bau von Brandvorrichtungen gefunden und beschlagnahmt.

Der Tatverdächtige wird nun zur Verkündung des Haftbefehls einem Richter vorgestellt. Die Ermittlungen, insbesondere zu weiteren Brandstiftungen, dauern an. Dabei werde auch geprüft, ob er noch weitere Brandstiftungen oder gar Brandanschläge begangen hat, hieß es von der Polizei.