Die Berliner Polizei überführt täglich Drogensünder im Straßenverkehr oder anderswo in der Hauptstadt. Doch um Drogen nachzuweisen, muss ein aufwendiger Urintest gemacht werden. Meist müssen dafür die Polizeibeamten und der verdächtige Autofahrer eine Toilette aufsuchen. Die Tests eines Herstellers waren zuletzt in Berlin fehlerhaft, zeigten immer ein negatives Testergebnis an. Sogar im Mineralwasser habe man damit Drogen nachgewiesen.

Wie jetzt die B.Z. berichtet, stellt die Polizei Berlin von Urin- auf Speicheltest um. „Die jährlich 17.000 verbrauchten Urintests werden mehr und mehr durch Speicheltest ergänzt“, heißt es in dem Bericht. Die Polizei hat Aufträge für neue Speicheltests europaweit ausgeschrieben.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt den Wechsel. Speicheltests seien ein geringerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte, hygienischer, zuverlässiger, manipulationssicher und wesentlich schneller durchzuführen, so GdP-Landeschef Norbert Cioma. „Fakt ist, dass Urintests einen Funkwagen lange binden und wir Polizeiarbeit in dieser Stadt aufgrund des Personalmangels effektiver gestalten müssen“, so Cioma weiter.