Berlin - In Berlin kommt es immer häufiger zu Verkehrsunfällen mit Seniorinnen. Am Montag haben in der Hauptstadt zwei betagte Frauen Unfälle verursacht, bei denen sie schwer verletzt wurden. Bei einem der Unfälle wurde ein Mann an einer Waschstraße angefahren. Die Rentnerinnen hatten aus noch ungeklärten Ursachen plötzlich beschleunigt und dann die Kontrolle über ihre Fahrzeuge verloren.

Im Spandauer Ortsteil Falkenhagener Feld fuhr eine 76-Jährige um 11.10 Uhr auf der Stadtrandstraße auf eine Parkplatzzufahrt zu einem Krankenhaus. Als sie mit ihrem Citroen vor der Schranke hielt, um ein Ticket zu ziehen, sei sie nach Angaben der Polizei „aus unerklärlichen Gründen“ losgefahren. Der Pkw durchbrach die Schranke und soll ungebremst gegen einen Baum geprallt sein. Die 76-Jährige wurde dabei von der geöffneten Fahrertür erfasst und mehrere Meter mitgeschleift. Sie erlitt dadurch schwere Verletzungen am Rumpf und an den Beinen. 

Seniorin verursacht Unfall und schleift 44-Jährigen mit 

Knapp 90 Minuten später überfuhr eine 81-Jährige einen Mann an einer Waschstraße an der Rhinstraße in Marzahn. Die betagte Autofahrerin soll zuvor in den Wagen des 44-Jährigen gefahren sein. Anschließend habe sie ihr Fahrzeug in der Waschanlage gereinigt, während der Mann davor auf sie wartete, um mit ihr über die Kollision zu sprechen. 

Der Polizei zufolge sei die 81-Jährige mit ihrem Toyota zunächst langsam aus der Waschanlage gefahren. Als sie auf den 44-Jährigen zufuhr, habe ihr Wagen unerwartet beschleunigt und den Mann erfasst. Er wurde mehrere Meter mitgeschleift, durchbrach zwei Begrenzungspoller und prallte gegen eine Wand. „Der 44-Jährige erlitt schwere, lebensbedrohliche Verletzungen und wurde von Rettungskräften in eine Klinik gebracht“, erklärte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Die 81-Jährige erlitt einen Schock. Ein Verwandter kümmerte sich noch am Unfallort um sie, während Polizisten ihren Toyota beschlagnahmten.

In Berlin ist die Zahl der Verkehrsunfälle, in die Seniorinnen und Senioren verwickelt sind, im vergangenen Jahr um 13 Prozent gestiegen. Insgesamt waren nach Angaben der Polizei 17.512 ältere Menschen an Unfällen beteiligt, wovon 1530 verletzt und 21 getötet wurden.