Nach einem Angriff auf das Gebäude, in dem die linke Tageszeitung nd sitzt, ermittelt der Staatsschutz beim Berliner Landeskriminalamt (LKA). Das teilte die Behörde am Dienstagabend per Twitter mit. Am Nachmittag gegen 16.15 Uhr hatten sich zwei betrunkene Männer vor dem Eingangsbereich der Zeitungsredaktion am Franz-Mehring-Platz in Berlin-Friedrichshain lautstark unterhalten, teilte die Polizei am Mittwoch mit. „Dabei sollen die Männer nach übereinstimmenden Aussagen von Zeuginnen und Zeugen den Klimawandel und die Existenz des Corona-Virus‘ geleugnet und sich abwertend über Medien und deren Berichterstattung geäußert haben“, erklärte ein Polizeisprecher.

Es sei daraufhin zu verbalen Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern des Verlages gekommen. „Sie beleidigten diese, u.a. mit Coronabezug. Die Eingangstür wurde dabei beschädigt“, heißt es in einem Tweet der Polizei. Anschließend soll einer der Verdächtigen eine 27-jährige Angestellte des Verlages beleidigt und dann versucht haben, sie mit einem Faustschlag zu treffen. Glücklicherweise sei der andere mutmaßliche Corona-Leugner rechtzeitig dazwischengegangen.

Als ein 37-jähriger Verlagsmitarbeiter ins Gebäude gehen wollte, um die Polizei zu alarmieren, sei er von einem der beiden Männer in den Rücken getreten worden. Anschließend habe der Angreifer laut Polizeiangaben eine Bierflasche in Richtung seines Kopfes geworfen. Dem Mitarbeiter sei es jedoch gelungen, auszuweichen und eine Zugangstür im Foyer des Verlages hinter sich zuzuziehen. Die Bierflasche beschädigte daraufhin den Glaseinsatz der Tür. Die beiden Angreifer flüchteten zu Fuß  in Richtung S-Bahnhof Ostbahnhof.

In einem Tweet der Zeitung hieß es später: „Mehrere Personen versuchten gerade das Gebäude gewaltsam zu betreten, warfen mit Bierflaschen und griffen eine Person tätlich an. Die Polizei vermutet einen rechtsradikalen Hintergrund.“

Nach Angaben des Verlagsleiters und geschäftsführenden Vorstands der neuen nd.Genossenschaft, Rouzbeh Taheri, haben zwei Unbekannte versucht, in das Gebäude zu gelangen. Daran seien sie gehindert worden. Sie hätten gegen die Tür im Foyer getreten. Es seien Worte wie „Lügenpresse“ gefallen. „Es ist aber niemand verletzt worden. Es gab nur Sachschaden“, sagte Taheri der Deutschen Presse-Agentur. Die Polizei ermittelt nun wegen des Verdachts der Körperverletzung, Beleidigung und Sachbeschädigung.