Berlin - Ein Autodieb hat bei seiner Flucht in Berlin-Friedrichshain offenbar absichtlich einen Mitarbeiter der Polizei überfahren und schwer verletzt. Den Unfallwagen hatte der 32 Jahre alte Dieb nach Angaben der Polizei am Donnerstagvormittag in Moabit gestohlen. Die Besitzerin bemerkte um 13.10 Uhr auf dem Parkplatz eines Baumarktes in der Ellen-Epstein-Straße, dass ihr dort abgestellter Hyundai plötzlich verschwunden war. „Mit der im Auto verbauten Technik konnte sie ihren Wagen orten, alarmierte die Polizei und gab die Standorte des Fahrzeugs weiter“, erklärte eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen.

Eine Objektschutzstreife – also ein Mitarbeiter der Polizei – entdeckte das gesuchte Fahrzeug zufällig eine halbe Stunde später im Fließverkehr auf der Frankfurter Allee in Friedrichshain. Als der Dieb wegen stockendem Verkehr halten musste, überholte der Objektschützer den Hyundai und bremste den Fahrer aus, so die Polizei.

Der uniformierte 40-Jährige stieg aus, um den Autodieb festzusetzen. Doch der schaltete in den Rückwärtsgang und verschaffte sich Platz. Anschließend sei er wieder vorwärts gefahren, habe stark beschleunigt und dabei den Polizeimitarbeiter erfasst. Nach Angaben der Polizei wurden dabei die Beine des 40-Jährigen überrollt. Zeugen nahmen daraufhin sofort die Verfolgung des Fluchtwagens auf, darunter ein 33-jähriger Motorradfahrer.

Verfolgungsjagd: Motorradfahrer und Passanten überwältigen den Dieb

Nach einer kurzen Verfolgungsjagd blieb der Autodieb erneut in einem Stau auf der Scharnweberstraße stecken, woraufhin er aus dem Wagen sprang und wegrannte. Der Motorradfahrer soll laut Polizei andere Passanten auf den Verdächtigen aufmerksam gemacht haben. Zusammen hielten sie den Mann bis zum Eintreffen der Polizei am Traveplatz fest.

Währenddessen behandelten Rettungskräfte den schwer verletzten Polizeimitarbeiter. Er kam mit schweren Beinverletzungen ins Krankenhaus. Der festgenommene Autodieb wurde mittlerweile der Kriminalpolizei übergeben. Er muss sich nun wegen mehrerer Straftaten verantworten.