Berlin - Ein Autofahrer hat eine Radfahrerin in Berlin-Charlottenburg mit seinem Mercedes mutmaßlich absichtlich angefahren und verletzt. Während die Frau mit Hämatomen und Hautabschürfungen zur ambulanten Behandlung in eine Klinik kam, wurde der Mann festgenommen und der Kriminalpolizei überstellt.

Das war laut Polizeiangaben geschehen: Der 32-Jährige fuhr am Freitagmorgen mit Schrittgeschwindigkeit durch die Fußgängerzone in der Wilmersdorfer Straße. Nach Zeugenangaben fuhr er gezielt von hinten gegen die 66-Jährige, die gerade ihr Fahrrad an einem Fahrradständer anschloss.

Auto fiel der Polizei schon vor der Attacke gegen die Radfahrerin auf

Anschließend setzte er seine Fahrt fort und wurde an der Ecke Kantstraße von alarmierten Einsatzkräften gestoppt und festgenommen. Der Mann stand nach ersten Erkenntnissen unter Drogen. In seinem Mercedes wurde ein fünfstelliger Geldbetrag beschlagnahmt. Er selbst ist nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Der 32-Jährige musste sich einer Blutentnahme unterziehen und wurde anschließend der Kriminalpolizei überstellt. Der Mann soll im Laufe des Tages einem Richter zum Erlass eines Haftbefehls vorgeführt werden.

Schon vor der Attacke gegen die Frau scheint der Mann sich auffällig verhalten zu haben. Bei dem Mercedes handelte es sich um dasselbe Auto, das kurz zuvor auf dem Gelände eines Krankenhauses am Spandauer Damm und auf dem Polizeigelände in der Charlottenburger Chaussee hupend, mit eingeschaltetem Warnblinklicht und überhöhter Geschwindigkeit umherfuhr. Die Polizei ermittelt in dem Fall weiter.

GdP Berlin äußert scharfe Kritik an Sicherheitsmaßnahmen

Die Gewerkschaft der Polizei Berlin (GdP) kritisierte den Vorfall am Samstag. „Es kann und darf nicht sein, dass man ohne große Hindernisse derart leicht auf Polizeigelände gelangen kann und wir froh sein müssen, dass der Mann nicht noch mehr Schaden angerichtet hat“, teilte GdP-Sprecher Benjamin Jendro mit.