Berlin - Ein Raser hat erneut am Kurfürstendamm in Berlin-Charlottenburg Unbeteiligte in Unfälle verwickelt. Bei einer Verfolgungsjagd mit der Polizei wurden in der Nacht zu Sonntag zwei Streifenwagen gerammt – einer vom flüchtigen Unfallfahrer und einer von einem unbeteiligten Autofahrer. Bei seiner Flucht vor der Polizei brachte der BMW-Fahrer zudem andere Verkehrsteilnehmer in Lebensgefahr. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert deshalb schärfere Regeln für Mietwagenfirmen.

Laut Zeugen war der Fahrer eines Carsharing-Autos vor den Unfällen mit waghalsigen Manövern in der Nähe des Kudamms aufgefallen. Einer der Zeugen sagte später einem Fotografen: „Der ist so gerast, wir dachten, der wird heute noch einen Unfall bauen mit der Fahrweise.“

Um 23.10 Uhr sahen Polizisten dann, wie der 23-Jährige mit drei Insassen in dem Cabrio mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf dem Kurfürstendamm in Fahrtrichtung Breitscheidplatz raste. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. Statt seinen Wagen zu stoppen, habe der Autofahrer jedoch weiter Gas gegeben. An einer Kreuzung habe er eine rote Ampel ignoriert und sei dann links in die Uhlandstraße abgebogen.

Raser versucht nach Unfall zu Fuß zu flüchten – Festnahme 

In Höhe der Grolmannstraße soll der Raser die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren haben, teilte die Polizei am Sonntagnachmittag mit. Da die Fahrerin des Streifenwagens nicht mehr rechtzeitig ausweichen konnte, prallte sie mit dem Unfallwagen zusammen. Der Raser habe versucht, zu Fuß zu flüchten, konnte aber von Einsatzkräften eingeholt und festgenommen werden.

Morris Pudwell
Ein 23-Jähriger raste mit drei Insassen in diesem Cabrio durch Berlin. 

Direkt nach der Festnahme sei der Fahrer ohnmächtig geworden, woraufhin er in ein Krankenhaus kam. Da der Verdacht bestand, dass der Mann Drogen konsumiert hatte, wurde ihm dort Blut abgenommen. Die weiteren drei Insassen, ein junger Mann und zwei Frauen, erlitten einen Schock.  

Die Raserei hatte an einer anderen Stelle einen weiteren Unfall verursacht, sagte ein Polizeisprecher. Demnach kollidierte die Besatzung eines weiteren Streifenwagens mit einem unbeteiligten Autofahrer. Die Polizisten waren mit Blaulicht und Martinshorn auf der Lietzenburger Straße in Richtung Kudamm unterwegs, um dem Raser den Weg abzuschneiden. An der Ecke Uhlandstraße stieß der Einsatzwagen mit einem Mercedes zusammen, woraufhin sich der Streifenwagen um 180 Grad drehte und gegen einen Ampelmast prallte. Die beiden Polizisten und der 23-jährige Mercedes-Fahrer wurden leicht verletzt. 

Der Kudamm-Raser, der derzeit im Krankenhaus behandelt wird, muss sich nun wegen des verbotenen Kraftfahrzeugrennens, Gefährdung des Straßenverkehrs, Verkehrsunfalls mit verletzen Personen und mutmaßlicher Beeinflussung durch Rauschmittel sowie Fahrerflucht verantworten.

GdP fordert schärfere Regeln für Mietwagenfirmen

Nach der folgenschweren Verfolgungsjagd fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schärfere Regeln für Mietwagenfirmen. Berlin dürfe nicht länger „Spielwiese für Möchtegernrennfahrer sein, die auf unseren Straßen Fast & Furious spielen“, teilte der Sprecher Benjamin Jendro mit. Car-Sharing-Firmen müssten mehr Verantwortung übernehmen oder per Gesetz dazu gezwungen werden. Erforderlich sei eine PS-Obergrenze für junge Fahrer sowie eine Polizei-Spezialtruppe, die sich intensiv um das Problem kümmert. Den Verletzten wünschte Jendrow alles Gute.