Berlin - Ein Geschäftsführer mehrerer Corona-Testzentren in Berlin-Wedding soll systematisch Tests in Rechnung gestellt haben, die gar nicht durchgeführt wurden. Nach Angaben der Berliner Staatsanwaltschaft soll der Unternehmer zusammen mit einem Komplizen mehrere Millionen Euro illegal eingestrichen haben. Am Mittwoch durchsuchten Polizisten mehrere Wohnungen in der Hauptstadt, in Schwarzenberg (Sachsen) und in Dessau (Sachsen-Anhalt). 

Der Geschäftsführer einer GmbH, die in Wedding vor allem Corona-Testzentren betrieb, soll mithilfe eines weiteren Beschuldigten im Mai und Juni 2021 Corona-Tests illegal abgerechnet haben. „Die Tests sollen entweder gar nicht oder nicht in dem abgerechneten Umfang vorgenommen worden sein“, teilte die Berliner Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Der Betrug habe dazu geführt, dass Testzentren von der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin knapp 3,2 Millionen Euro zu Unrecht erhielten.

Unterlagen sichergestellt, Vermögen eingezogen

Bei den Durchsuchungen wurden zahlreiche Geschäftsunterlagen als Beweismittel sichergestellt, die nun ausgewertet werden, hieß es. Außerdem wurden von der Staatsanwaltschaft beachtliche Vermögenswerte zum Zweck der späteren Abschöpfung vorläufig eingezogen. Dazu zählen unter anderem mehrere Grundstücke und eine fünfstellige Summe Bargeld.