Berlin - Drei Unbekannte haben in Berlin-Neukölln einem Journalisten aufgelauert und ihn zusammengeschlagen. Der 48-jährige Erk Acarer war nach Angaben der Polizei am Mittwochabend um 21.55 Uhr in einem Innenhof eines Mehrfamilienhauses an der Straße Alt-Rudow, als er plötzlich von drei Männern gezielt angegriffen worden sei. 

Zwei von ihnen hätten ihn nach eigenen Angaben mit Faustschlägen und Tritten malträtiert, während der andere die Tat absicherte, erklärte Polizeisprecherin Patricia Brämer am Donnerstagvormittag. Anschließend flüchteten die Täter. Acarer erlitt Kopfverletzungen, die in einem Krankenhaus ambulant behandelt wurden. „Er vermutet, dass der Angriff seiner Tätigkeit als Journalist galt“, so Brämer. Der 48-Jährige schrieb auf Twitter: „Ich wurde in meinem Haus in Berlin mit Messern und Fäusten angegriffen.“

Erk Acarer: Ich kenne die Täter

Laut Polizei habe er zum Glück keine Stich- oder Schnittverletzungen erlitten. Ohne nähere Details zu nennen, schrieb er später: „Ich kenne die Täter.“ Und weiter: „Ich werde mich dem Faschismus nie ergeben.“

Acarer war im April 2017 mit seiner Familie ins Berliner Exil geflohen. Nach dem Putsch in der Türkei im Juli 2016 und den folgenden Verhaftungen fühlte er sich bedroht. Die Fernsehjournalistin Düzen Tekkal twitterte am Mittwochabend als Reaktion auf den gewalttätigen Übergriff: „Ich bin erschüttert und besorgt. Wir dürfen nicht zulassen, dass der lange Arm Erdogans in Deutschland sein Unwesen treibt. Die Menschen haben unsere volle Solidarität, Schutz und Sicherheit verdient.“

Acarer und seine Familie stehen derzeit unter Polizeischutz. Die Fahndung nach den Schlägern laufe auf Hochtouren. Ob die Polizei die Namen ermittelt hat, wollte die Sprecherin nicht kommentieren.