Die vielen kostspieligen Toilettenaufbrüche in Berlin finden kein Ende, bei einer Tat im Ortsteil Rummelsburg gelang nun eine vorläufige Festnahme. Ein 25-Jähriger habe am Mittwochabend den Münzkasten einer öffentlichen Toilette mit Gewalt geöffnet und Geld herausgenommen, teilte die Polizei am Donnerstag mit. Beobachtet wurde er bei seiner Tat von einem Polizisten, der ihn verfolgte und mithilfe weiterer Einsatzkräfte überwältigte. Das Geld wurde sichergestellt. Der 25-Jährige wurde nach Feststellung seiner Identität entlassen. Die Polizei prüft, ob er für weitere Aufbrüche verantwortlich ist.

Seit Anfang des Jahres wurden nach Angaben der Betreiberfirma Wall mehr als 9000-mal Toiletten aufgebrochen. Das bedeute einen massiven Anstieg und eine völlig neue Dimension. In früheren Jahren waren es nur ein paar Dutzend Einbrüche, wie eine Wall-Sprecherin sagte. Oft seien die vollautomatischen WCs danach stark zerstört und müssten aufwendig repariert werden. Es gebe bereits Gespräche mit dem Land Berlin, das Besitzer der Toiletten und Auftraggeber für den Betrieb sei, um eine Lösung zu finden. Diskutiert wird etwa, ob die Barzahlung zugunsten von elektronischer Zahlung abgeschafft werden sollte.

Reihe von Tätern festgenommen

Die Polizei sprach von bislang 3333 registrierten derartigen Taten. Ein Sprecher sagte, man gehe aber davon aus, dass die Zahl deutlich höher sei, da zurzeit ein Anzeigenrückstand aufgearbeitet werde. Die Polizei hatte eigens eine Ermittlungsgruppe für das Thema gegründet und bereits eine Reihe von Tätern festgenommen.

Wall betreibt in Berlin 278 sogenannte City Toiletten, die automatisch gereinigt werden. Die Nutzung kostet 50 Cent. Dazu kommen 79 weitere öffentliche Toiletten und WC-Center.