Berlin - Immer wieder gehen der Polizei Impfpassfälscher ins Netz. Mal decken Apotheker den Schwindel auf, mal werden die gefälschten Dokumente zufällig in Drogenwohnungen oder bei Razzien in Spätis gefunden. In Tempelhof-Schöneberg ging ein Händler nun besonders dreist vor. Er verkaufte gefälschte Corona-Impfpässe auf der Straße - und wurde dabei erwischt. 

Zivilpolizisten des Abschnitts 46 hatten den Verdächtigen am Dienstag um 17.30 Uhr an der Groß-Ziethener-Straße in Lichtenrade beobachtet, teilte die Polizei mit. Dabei sahen sie, wie er nach einem kurzen Gespräch mit einem „Kunden“ Geld bekam und dafür einen Impfpass aushändigte. Die Einsatzkräfte stellten den 20-jährigen Verkäufer daraufhin zur Rede. Als sie ihn durchsuchten, fanden sie nach Angaben der Polizei bei ihm drei weitere gefälschte Impfpässe und Geld. Auch der 19-jährige Käufer wurde überprüft. 

Polizei: 2000 Fälle im Zusammenhang mit gefälschten Impfpässen

Nach Sicherstellung der Beweismittel durchsuchte die Polizei die Wohnung des Händlers, wobei sechs Blanko-Impfpässe beschlagnahmt wurden. Bei den Ermittlungen stießen die Einsatzkräfte auf einen 26-jährigen Komplizen, der sich nun ebenfalls wegen der Fälschung von Gesundheitszeugnissen verantworten muss, so die Polizei. Auch gegen den 19-jährigen Käufer wird ermittelt. 

Vor zwei Wochen wurde laut Medienberichten bekannt, dass die Polizeibehörden in Deutschland bisher fast 2000 Fälle im Zusammenhang mit gefälschten Impfpässen bearbeitet haben. Das hatte eine veröffentlichte Umfrage des ARD-Politikmagazins Report Mainz bei allen Landeskriminalämtern und obersten Polizeibehörden ergeben. Spitzenreiter war zu diesem Zeitpunkt demnach Bayern, dessen Landeskriminalamt nach eigenen Angaben mehr als 600 Fälle bekannt sind. Dabei seien 3000 gefälschte Impfpässe sichergestellt worden.