Berlin - Ein Autofahrer hat am 26. April in Berlin-Wedding für einen nervenaufreibenden Polizeieinsatz gesorgt. Der 27-Jährige verursachte nach Behördenangaben zunächst einen Verkehrsunfall, flüchtete anschließend, leistete erheblichen Widerstand bei seiner Festnahme und drohte den Polizisten mit einer Bombe in seinem Fahrzeug.

Ein von einem Zeugen aufgenommenes YouTube-Video im Internet zeigt das Geschehen – und die körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Unfallfahrer und den Polizeibeamten.

Im Einzelnen: Der Autofahrer soll zunächst laut Zeugenaussagen gegen 20 Uhr mit einem Range Rover in der Reinickendorfer Straße unterwegs gewesen sein und dabei mehrfach auf der Fahrbahn angehalten und den Verkehr behindert haben. An der Kreuzung Schulstraße habe sich der Mann mit seinem Auto an einer roten Ampel schräg vor den Wagen eines bisher unbeteiligten 26-Jährigen gestellt. Als er dann bei Grün die Fahrt fortsetzte, streifte er laut Polizei den BMW und raste anschließend davon.

Polizisten bemerken den Fluchtwagen und verfolgen ihn

Die Besatzung eines Streifenwagens bemerkte dann nach einer Funkdurchsage den Fluchtwagen an der Kreuzung Müllerstraße und folgte ihm. Dabei überfuhr der Range Rover mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit mehrfach rote Ampeln, an denen es nur deshalb zu keinen Zusammenstößen kam, weil andere Autofahrer rechtzeitig bremsten.

In der Eberswalder Straße touchierte das Auto einen Funkwagen, konnte aber dann an der Kreuzung Danziger Straße von mehreren Einsatzfahrzeugen gestoppt werden. Die Polizeikräfte überwältigten den Fahrer und nahmen ihn fest. Dabei leistete der 27-Jährige erheblichen Widerstand und drohte damit, dass in seinem Wagen eine Bombe liege.

Polizisten durchsuchen das Auto nach einer Bombe

Bei der Durchsuchung des Autos konnte jedoch kein verdächtiger Gegenstand gefunden werden. Die Überprüfung der Personalien des Fahrers ergab zudem, dass der Mann nicht mehr im Besitz einer Fahrerlaubnis war.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft wurde der Wagen beschlagnahmt. Der Rettungsdienst brachte den 27-Jährigen in die psychiatrische Abteilung eines Krankenhauses, wo er einem Psychiater vorgestellt wurde.

Autofahrer leistet Widerstand und verletzt mehrere Beamte leicht

Die Polizei Berlin teilt darüber hinaus mit, dass der Autofahrer bei seiner Festnahme fünf Einsatzkräfte durch Widerstandshandlungen leicht verletzt habe. Ein Polizist beendete seinen Dienst. Auch bei der Übergabe in der Klinik widersetzte sich der Festgenommene den dortigen Maßnahmen, so die Polizei. Mit Unterstützung des Krankenhauspersonals habe die medizinische Untersuchung dann allerdings durchgeführt werden können.

Die Polizei Berlin leitete gegen den Autofahrer Ermittlungsverfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung, Verkehrsunfallflucht und verbotenen Straßenrennens, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie Störung des öffentlichen Friedens durch Androhen von Straftaten ein.