Berlin - In Berlin werden immer mehr Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch. Das teilt der Senat nach einer parlamentarischen Anfrage des Abgeordneten Marcel Luthe (Freie Wähler) mit.  Der Berliner Zeitung liegt das noch unveröffentlichte Dokument vor.

Die Berliner Polizei registrierte im vergangenen Jahr 975 Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern. Im Vorjahr lag der Wert mit 957 bereits auf einem ähnlichen Niveau, 2018 zählte die Polizei 870 Fälle.  

Betroffen waren zu rund zwei Dritteln Mädchen, zu einem Drittel Jungen. Unter den bekannten Fällen sind auch 13 Mädchen und ein Junge, die Opfer einer Vergewaltigung in besonders schwerem Fall wurden. Eines der Opfer war jünger als sechs Jahre.

Berlin: 4427 Sexualstraftaten im Corona-Jahr

Der Senat schreibt dazu in seiner Antwort: „Der Zunahme liegt unter anderem eine Vielzahl von Hinweisen auf Dateien mit kinderpornografischen Inhalten von der US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation National Centre for Missing and Exploited Children zugrunde.“ Und weiter: „Letztlich führten auch die öffentlichkeitswirksamen Ermittlungsverfahren in Nordrhein-Westfalen im Bereich der Kinderpornografie und des sexuellen Missbrauchs von Kindern zu einer verstärkten Sensibilisierung der Bevölkerung, was sich im Anzeigeverhalten niederschlägt.“

Die Zahl der Sexualstraftaten insgesamt ist in der Hauptstadt im Corona-Jahr 2020 mit 4427 Straftaten ähnlich hoch wie im Jahr davor.

Marcel Luthe sagt der Berliner Zeitung: „Angesichts des konstant hohen Stands von Kindern und Jugendlichen, die Opfer von Sexualdelikten aller Art bis hin zu Gruppenvergewaltigungen werden, kann ich das SPD-Herzchen der ehemaligen Familienministerin Giffey ‚Ganz sicher Berlin‘ nur als blanken Hohn verstehen.“  

Sicherheit in Freiheit zu gewährleisten, sei die zentrale Kernaufgabe, bei der R2G fundamental versagt habe. Gerade Kinder verdienten unseren entschlossenen Schutz und keine PR-Kampagne, die das innenpolitische Versagen kaschieren soll, erklärt der Politiker.