Berlin - Klima-Aktivisten haben in der Nacht zu Freitag die Bundesparteizentrale der SPD in Berlin-Kreuzberg mit Farbe beschmiert. Wie die Polizei am Vormittag mitteilte, hatten Wachleute gegen 2.30 Uhr vier Vermummte gesehen, die vom Willy-Brandt-Haus an der Wilhelmstraße Richtung Mehringplatz flüchteten. Anschließend entdeckten sie vier große Schriftzüge an der Außenfassade, der Fensterfront und an einer Säule vor dem Foyer des Gebäudes.  

Die noch unbekannten Schmierfinken nahmen Bezug auf die Klimakrise. Dabei zeigte sich, dass die Täter einige Schwächen in der Rechtschreibung und Kommasetzung haben. So stand an der Fassade: „1,5 Grad #nichtverhandbar“ und „Scholz gehört verurteilt nicht ins Amt“. Die beiden anderen Schriftzüge lauteten „Clima Justice“ und „2045 ist zu spät“. 

Da von einer politisch motivierten Tat ausgegangen wird, hat der Staatsschutz der Berliner Polizei die weiteren Ermittlungen übernommen. 

Klima-Protest in Berlin: Fridays for Future protestiert im Regierungsviertel

Seit gestern Abend strömen tausende Klima-Aktivisten für eine Großdemonstration nach Berlin. Einen Tag nach dem Beginn der Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP will die Bewegung Fridays for Future ihre Klimaschutz-Forderungen untermauern. Unter dem Motto „Ihr lasst uns keine Wahl“ wollen die Demonstranten vom Brandenburger Tor durch das Regierungsviertel ziehen.

Laut Polizei sind 10.000 Teilnehmer angemeldet. Weitere Kundgebungen sind unter anderem in Baden-Württemberg und Thüringen geplant. Am selben Tag will die schwedische Aktivistin Greta Thunberg in ihrer Heimatstadt Stockholm mit Menschen aus aller Welt für mehr Klimaschutz demonstrieren.