Berlin - Die Berliner Polizei hat die von Klima- und Umweltaktivisten besetzte Baustelle der Autobahn 100 in Berlin-Neukölln geräumt. 60 bis 80 Menschen stürmten am Samstagmorgen gegen 5 Uhr das Baugelände in der Nähe der Grenzallee, wie ein Polizeisprecher mitteilte. „Sie haben versucht, in einen Fahrbahntunnel einzudringen. Das konnte verhindert werden.“ Die Protestler seien vorläufig festgenommen worden. Da es sich um ein Firmengelände der Autobau GmbH des Bundes (Abteilung Nord-Ost) handelt, müssen sich alle nun wegen Hausfriedensbruchs verantworten.

Man habe eine Baustelle im Stadtteil Neukölln blockiert, teilten Aktivisten des Bündnisses Robin Wood am Samstagmorgen mit. Zusammen mit Aktivisten der Organisationen Ende Gelände, Fridays for Future und Sand im Getriebe demonstriere man gegen den geplanten Ausbau der Autobahn. Auf Twitter kursierten Bilder der Protestaktion, auf denen Demonstrierende in weißen Schutzanzügen und Polizeibeamte zu sehen sind.

dpa/Annette Riedl
„Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten“ steht auf dem Banner, das „Robin Wood“-Aktivisten auf dem abgesperrten Gelände an der Baustelle der Autobahn 100 an der Sonnenallee aufhängen.

In der Kiefholzstraße am anderen Ende der Autobahnbaustelle versammelten sich nach Polizeiangaben am Morgen ebenfalls mehr als 200 Menschen, sagte ein Sprecher der Berliner Zeitung. Die Polizei ist auch am Nachmittag noch mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften an der Baustelle, um die Identitäten der Aktivisten festzustellen.

Klimaaktivisten schlagen Angebot aus – Polizei nimmt Personalien auf

Die Autobau GmbH des Bundes hatte nach Angaben des Sprechers den Demonstranten ein Angebot unterbreitet: Demnach hätte die Firma von Strafanzeigen abgesehen, wenn alle freiwillig ihre Personalien angegeben und anschließend die Baustelle verlassen hätten. Da die Aktivisten das Angebot aber ablehnten, wird der Einsatz wohl noch einige Stunden andauern, vermuten Polizisten vor Ort.

Unter dem Motto „Mobilitätswende Jetzt“ sollen an diesem Wochenende weitere Protestaktionen in ganz Deutschland stattfinden. Die Aktivisten fordern ein bundesweites Moratorium für den Ausbau von Autobahnen und mehr Geld für Bus, Bahn und Fahrradwege.