Berlin - Berliner Polizisten leben gefährlich. Jeden Tag gibt es im Durschnitt 20 Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei Berlin. Neben Schlägen und Tritten müssen sie Flaschen- und Steinwürfe wegstecken. Hin und wieder kommt es auch zu Spuckattacken, die gerade zu Corona-Zeiten eine große Gefahr darstellen. Bei einem Einsatz in Kreuzberg hat es nun einen besonders ekligen Angriff gegeben. Ein betrunkener Mann, der zuvor Frauen belästigt haben soll, spuckte einem Polizisten in den Mund.

Der 38-Jährige war nach Angaben der Polizei am späten Dienstagnachmittag mehrmals in den Verkehr auf der Skalitzer Straße gelaufen. Autofahrer konnten gerade noch rechtzeitig abbremsen oder ausweichen. Ein Zeuge alarmierte schließlich die Polizei, weil der Mann zudem noch zwei Frauen sexuell belästigt haben soll.

Polizist muss sich nach Spuckattacke übergeben

Weil der Mann von Anfang sehr aggressiv gewesen sein soll, legten die Beamten ihm Handfesseln an und durchsuchten ihn. Er habe laut Polizei erheblichen Widerstand geleistet, die Einsatzkräfte beleidigt und wild um sich gespuckt. Nachdem Polizisten den Mann zum Einsatzwagen gebracht hatten, soll er einen Polizisten gezielt ins Gesicht gespuckt haben. Er habe genau die Lippen getroffen, woraufhin Speichel in den Mund des Beamten lief, erklärte ein Polizeisprecher. Der Polizist habe sich daraufhin übergeben müssen.

Dem Afghanen wurde daraufhin eine Spuckschutzhaube aufgesetzt, allerdings beruhigte er sich nicht. Auf einer Polizeidienststelle der Bundespolizei leistete er erneut Widerstand. Wegen seines aggressiven Verhaltens kam er in eine psychiatrische Abteilung einer Klinik, wo er untersucht wurde. Ein Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,4 Promille. Gegen den 38-Jährigen wird nun wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, tätlichen Angriffes, Beleidigung, Körperverletzung und sexuelle Belästigung ermittelt.

Noch nie wurden in Berlin so viele Polizisten angegriffen wie 2020. Von den rund 26.000 Polizisten in der Hauptstadt gab es laut Kriminalstatistik im vergangenen Jahr 7505 registrierte Angriffe auf Einsatzkräfte der Polizei Berlin. 1559 von ihnen wurden körperlich verletzt, zwölf von ihnen schwer.