Berlin - Nach monatelanger Fahndung hat die Berliner Polizei einen Mann gefasst, der in einer S-Bahn einen Fahrgast aus einem fahrenden Zug werfen wollte. Nur durch das beherzte Eingreifen von Zeugen konnte der 61-Jährige gerettet werden. Eine Mordkommission hatte daraufhin die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdelikt übernommen. Am Donnerstag stürmten nun Beamte eines Spezialeinsatzkommandos eine Wohnung in Hennigsdorf und nahmen einen Verdächtigen fest. Zielfahnder hatten den 31-Jährige kurz zuvor aufgespürt. 

Der Mann soll nach Angaben der Polizei den 61-Jährigen brutal gegen den Kopf und ins das Gesicht geschlagen haben. Dann habe er versucht, das Opfer aus dem fahrenden Zug zu stoßen. Allein durch das schnelle Eingreifen des 83-jährigen Freundes konnte Schlimmeres verhindert werden. Laut Polizei habe sich der Rentner auf den kräftigen Schläger gestürzt und ihn so lange festgehalten, bis zwei junge Männer ihn am S-Bahnhof Frohnau aus dem Zug zogen. Die Polizei bittet die beiden noch unbekannten Helfer, sich dringend zu melden.

Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Zudem könnte noch eine weitere Zeugin zur Aufklärung beitragen. Der von Zeugen als Muskelprotz beschriebene Täter war laut Polizeiangaben nämlich nicht alleine unterwegs. Eine etwa 30-jährige Frau mit rot oder rosa gefärbtem Haar begleitete ihn. Außerdem führte er zwei schwarze Hunde mit sich.

Der festgenommene Verdächtige sitzt mittlerweile in U-Haft. Er erhielt laut Staatsanwaltschaft am Freitag einen Haftbefehl wegen versuchten Mordes. Weitere Hinweise nimmt die 2. Mordkommission unter der Telefonnummer 0304664911222 oder jede andere Polizeidienststelle entgegen.