Berlin - In Lichtenberg hat am Mittwochabend ein derzeit noch unbekannter Mann in einer Straßenbahn randaliert und einen anderen Fahrgast sowie den Straßenbahn-Fahrer massiv bedroht. Das teilte die Polizei Berlin am Donnerstag mit. Nach derzeitigen Erkenntnissen soll der Unbekannte an der Haltestelle Roederplatz in die M13 eingestiegen sein.  Gegen 19 Uhr soll er in der Straßenbahn, die Richtung Warschauer Straße unterwegs war, durch das Abteil gelaufen sein und lautstark Sprüche von sich gegeben haben. Offenbar richteten sich seine Aussagen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen.  

Einen vorgeschriebenen Mund-Nasen-Schutz trug der Mann nicht. Zeugen gaben an, er habe mehrfach die Notbremse betätigt und mit einer Rasierklinge begonnen, Aufkleber mit Hinweisen auf die Maskenpflicht abzukratzen. Als ein 29-jähriger Fahrgast den Mann ansprach und ihn aufforderte, sein irritierendes Verhalten zu unterlassen, zog dieser ein Messer aus der Tasche und drohte mit der Waffe. 

Täter flüchtet in Richtung Möllendorffstraße

Der Unbekannte machte Stichbewegungen in Richtung des Fahrgasts und drohte diesem, ihn zu verletzten. Als der 58-jährige Tram-Fahrer die Fahrerkabine öffnete und mitteilte, dass die Polizei verständigt sei, machte der Unbekannte auch Stichbewegungen in dessen Richtung, warf das Messer in die Kabine, öffnete gewaltsam die Tür der Tram und stieg schließlich aus. Der Fahrer verriegelte umgehend die Bahn, der Unbekannte versuchte daraufhin, die Tür von außen gewaltsam zu öffnen. Als ihm das misslang, lief er in Richtung Möllendorffstraße davon. Polizeikräfte sicherten Videoaufzeichnungen aus der Bahn und beschlagnahmten das zurückgelassene Messer. Der Täter ist flüchtig.