Berlin - Im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg ist es am frühen Mittwochabend zu einer folgenschweren Massenschlägerei gekommen. Vier Heranwachsende im Alter von 15 bis 18 Jahren wurden nach Angaben der Polizei vor einem Lokal am Mariendorfer Damm von mehr als zehn Schlägern attackiert. Die Angreifer sollen laut Zeugen auf ihre Opfer eingeschlagen und eingetreten haben, auch Pfefferspray und Elektroschocker seien eingesetzt worden. Laut Polizei hätten die Täter zudem Baseballschläger und eine Schusswaffe dabei gehabt. 

Als sich die Angegriffenen von den Schlägern losreißen konnten, rannten sie zu einem Auto und rasten damit laut Zeugenangaben viel zu schnell über die Markgrafenstraße. Wenige hundert Meter weiter rammten sie einen auf der Gegenfahrbahn stehenden Skoda, dessen Fahrer an der Stirn verletzt wurde. Anschließend kollidierte der Fluchtwagen mit einem am rechten Fahrbahnrand geparkten BMW. Dabei erlitten die vier Insassen leichte Verletzungen, so die Polizei.

Polizei findet Messer und Bargeld nahe des Tatorts 

Ein Großaufgebot der Polizei rückte an, um mit Unterstützung von Beamten einer Einsatzhundertschaft die Schläger aufzuspüren. Als sie am Tatort die Bar durchsuchten, konnten vier Verdächtige im Alter von 17 bis 21 Jahren vorläufig festgenommen werden. Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte laut Polizei fast 30 Personen in dem Lokal. Dabei fanden sie unter anderem auch ein verbotenes Messer und drei Mobiltelefone, die nicht zugeordnet werden konnten. In einem Mülleimer entdeckten sie zudem eine mittlere vierstellige Summe in Bargeld.

Nachdem die Beweismittel beschlagnahmt worden waren, wurde das Lokal aus bau- und hygienerechtlichen Gründen geschlossen. Der 18-jährige Fahrer des Unfallwagens musste seinen Führerschein abgeben. Warum die Schläger die vier jungen Leute angegriffen hatten, sei noch unklar. Die Ermittlungen dazu seien noch längst nicht abgeschlossen, hieß es lediglich.