Berlin - Immer wieder werden in Berlin Obdachlose geschlagen oder Opfer von Brandanschlägen. In Neukölln haben zwei Männer am frühen Mittwochmorgen einer obdachlosen Frau mit Gewalt die letzten Habseligkeiten entrissen. Wie die Polizei mitteilte, hatten die Täter die 41-Jährige gegen 5 Uhr im Anita-Berber-Park an der Hermannstraße unvermittelt angegriffen.

Die beiden Unbekannten hätten der Frau erst ins Gesicht und dann gegen die Brust geschlagen, hieß es. Dann sollen sie ihr so heftig gegen die Beine getreten haben, dass sie stürzte. „Als die Frau am Boden lag, sollen die Männer ihre Taschen durchsucht und ihr Bargeld entwendet haben“, erklärte eine Polizeisprecherin. Das Geld habe sie laut eigenen Aussagen kurz zuvor von ihrer Betreuerin erhalten.

Die Räuber seien in Richtung Tempelhofer Feld geflüchtet. Die Verletzungen der 41-jährigen Obdachlosen mussten in einem Krankenhaus behandelt werden, so die Polizei. Hinweise darauf, dass die Räuber ebenfalls aus dem Obdachlosenmilieu stammen, gebe es bisher nicht. 

Berlin: Obdachloser erleidet nach Schlägen Hirnblutungen 

Erst zwölf Tage vor dem Überfall auf die wohnungslose Frau in Neukölln wurde in Lichtenberg ein Obdachloser von mehreren Männern lebensgefährlich verletzt. Die Täter hatten so lange auf ihr Opfer eingeschlagen, dass es Hirnblutungen und Knochenbrüche im Gesicht und am Oberkörper erlitt. Eine Zeugin, die den Tätern zurief, dass sie die Polizei gerufen hatte, verhinderte wohl Schlimmeres. Die Schläger ließen von dem Mann ab und flüchteten. Zwei von ihnen wurden festgenommen. 

Immer mehr Angriffe auf Obdachlose in Berlin 

Immer mehr Obdachlose werden in Berlin Opfer von Gewalt. 2018 zählte die Polizei 328 Angriffe auf wohnungslose Menschen. Im Jahr zuvor hatte die Polizei insgesamt 272 solcher Delikte erfasst. Die Zahlen steigen seit Jahren kontinuierlich an. Im Jahr 2014 hatte die Behörde 110 Gewaltdelikte gegen Wohnungslose gezählt.

Seit Jahren werden immer wieder Zelte von Obdachlosen angezündet, während sie darin schlafen. Im Juli 2018 hatte ein 48-Jähriger am Berliner S-Bahnhof Schöneweide zwei Obdachlose mit Benzin übergossen und angezündet. Einer der beiden war vier Monate später an den Folgen seiner Brandverletzungen gestorben. Der andere kam mit leichten Verletzungen davon. Der Täter, der die Tat beging, weil er keinen Schnaps von den beiden bekam, wurde zu acht Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.