Berlin - Ein Polizist ist bei der Suche nach einem Verdächtigen in Marzahn-Hellersdorf von einem Hund gebissen worden. Wie die Polizei mitteilte, hatte der Beamte am Montagnachmittag zusammen mit Kollegen in einer Wohnsiedlung in Mahlsdorf ermittelt. Ein mutmaßlich betrunkener Autofahrer war kurz zuvor von einem Unfallort geflüchtet. Die Spur führte die Beamten zur Anschrift eines 59-jährigen Tatverdächtigen an der Tizianstraße. 

Als die Polizisten im Garten auf sich aufmerksam machten, bellte plötzlich ein Hund. Daraufhin habe sich der betrunkene Hausherr zunächst durch ein Fenster mit den Einsatzkräften unterhalten wollen. Da der aufgebrachte Schäferhund jedoch versuchte, durch das geöffnete Fenster zu klettern, forderten die Polizisten den Mann auf, ohne Hund in den Garten zu kommen.

Polizist muss nach Hundebiss vom Dienst abtreten 

Beim Gespräch vor dem Haus habe der Hund laut Polizeiangaben durch Anspringen der Klinke die Haustür geöffnet. Anschließend rannte der Rüde bellend auf einen 25-jährigen Beamten zu und biss ihm in einen Unterarm. Nur mit Hilfe des Besitzers gelang es, das Tier zurückzudrängen. Der Polizist kam leicht verletzt ins Krankenhaus und musste vom Dienst abtreten.

Ein freiwilliger Atemalkoholtest beim 59-jährigen Hausbewohner ergab laut Polizei einen Wert von rund 2,1 Promille. Der Mann muss sich nun nicht nur wegen des Verdachts der Verkehrsunfallflucht, sondern auch wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten.

Im vergangenen Jahr sind in Berlin bei über 500 Fällen Menschen durch Hundebisse verletzt worden. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Justiz und Verbraucherschutz erlitten dabei 67 der Opfer schwere Verletzungen. Das geht aus der Hundebiss-Statistik hervor. Dazu kamen 116 registrierte Vorfälle, in denen Menschen aggressiv von Hunden angesprungen oder angegriffen wurden – die Behörden nennen es „gefahrdrohend angesprungen“. Dann wurden noch 430 Fälle aufgelistet, „in denen ausschließlich Hunde verletzt wurden“.