Berlin - Der Fahrer eines Porsche Carrera 4S ist in der Nacht zu Sonntag im Alkoholrausch in einer 30er Zone in Berlin-Hermsdorf in parkende Fahrzeuge und dann in eine Autowerkstatt gerast. Nach ersten Erkenntnissen flog der Porsche mit solcher Wucht über die Straße, dass er eine Laterne mit sich riss. In dem Fahrzeug saßen nach Angaben der Polizei insgesamt vier Personen, darunter ein Kind. Obwohl der Unfallwagen regelrecht auseinandergerissen wurde, konnten alle Insassen lebend geborgen werden. 

Der 51-jährige Porsche-Fahrer war gegen 1 Uhr auf der Schloßstraße in Richtung Hermsdorfer Damm unterwegs, als er wohl wegen überhöhter Geschwindigkeit die Kontrolle über den Sportwagen verlor. Kurz vor dem Bahnhof Hermsdorf kam der Fahrer nach links von der Fahrbahn ab, woraufhin er gegen drei geparkte Autos prallte. Von dort wurde der Wagen erst gegen den Lichtmast, dann gegen das Gebäude geschleudert. Durch die Wucht des Aufpralls wurde in die Wand der Werkstatt ein Loch gerissen. Das Auto wurde regelrecht zerfetzt, überall lagen Trümmerteile. 

Zeugen retten Mutter und Kind aus dem Wrack

Zeugen reagierten geistesgegenwärtig und holten eine 44-jährige Frau und ihren neunjährigen Sohn aus dem Wrack. Ein 45-jähriger Mann war währenddessen auf der Rückbank eingeklemmt und musste von alarmierten Rettungskräfte der Feuerwehr befreit werden. Alle drei Verletzten kamen in Krankenhäuser, wo sie stationär aufgenommen wurden.

Der Unfallverursacher, der an der Nase verletzt wurde, erzählte  den Polizisten, dass er ein anderes Auto überholt hatte und dabei von der Fahrbahn abkam. Während des Gesprächs rochen Polizisten eine Alkoholfahne. Ein Atemalkoholtest ergab laut Polizei einen Wert von etwa 1,8 Promille. Der Führerschein wurde dem Mann umgehend entzogen.

Morris Pudwell
Bei dem Unfall wurden auch mehrere geparkte Autos beschädigt.

Zeugen berichteten später der Polizei, dass der 51-Jährige in Schlangenlinien durch die 30er-Zone gerast sei. Ein Überholmanöver habe es demnach nicht gegeben. Der Porsche wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Der Fahrer muss sich nun wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung, des gefährlichen Eingriffes in den Straßenverkehr sowie eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verantworten.