Berlin - Bei einem Wohnhausbrand in Berlin-Pankow sind sechs Menschen verletzt worden. Vier Menschen retteten sich in der Nacht zum Sonnabend mit einem Sprung in von der Feuerwehr errichtete Sprungpolster, wie ein Feuerwehrsprecher erklärte. Eine weitere Person sei von Einsatzkräften aus einer Wohnung über das Treppenhaus ins Freie gebracht worden. Zahlreiche Bewohner waren betroffen, umliegende Häuser wurden evakuiert.

Nach Feuerwehrangaben wurden mehrere Menschen schwer verletzt in Kliniken gebracht. Eine 33-jährige Frau war laut Polizei von einem Notarzt erfolgreich reanimiert worden. Ein 50-Jähriger erlitt schwere Brandverletzungen, eine 24 Jahre alte Frau und ein 56-Jähriger verletzten sich bei dem Sprung aus dem brennenden Gebäude schwer. Ein 35-Jähriger und ein 33-Jähriger erlitten bei dem Sprung aus dem Gebäude leichte Verletzungen.

Polizisten nahmen vor Ort den 50-Jährigen wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung fest und leiteten ein entsprechendes Ermittlungsverfahren ein, bevor auch er schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht wurde.

dpa/Fabian Sommer
Ein Verletzter wird mit einer Trage zum Krankenwagen transportiert.

Der Brand in der Prenzlauer Promenade sei mittlerweile gelöscht, hieß es von der Feuerwehr am Vormittag. Zwischenzeitlich waren 150 Einsatzkräfte vor Ort gewesen, die Feuerwehr hatte stundenlang gegen den Brand gekämpft. Laut Polizei wurden vorsorglich mehrere umliegende Häuser evakuiert – wegen der starken Rauchentwicklung sowie der Gefahr, die Flammen könnten übergreifen.

Wie die Feuerwehr mitteilte, war das Feuer in einer Wohnung im ersten Obergeschoss im hinteren Teil des betroffenen Hauses ausgebrochen. Die Flammen hätten sich auf den Treppenraum, das zweite und dritte Geschoss sowie das Dach ausgebreitet.

Vom Brand betroffener Teil des Hauses ist unbewohnbar

Der Gebäudeteil, in dem der Brand ausbrach, sei nicht mehr bewohnbar. Nach Angaben einer Polizeisprecherin brannte das Dachgeschoss vollkommen aus. Zudem könnten zumindest aktuell auch die oberen Wohnungen des Vorderhauses nicht bewohnt werden, weil das Löschwasser große Schäden angerichtet habe.

Das Bezirksamt Pankow habe eine Notunterkunft für Betroffene zur Verfügung gestellt, sagte die Polizeisprecherin. Von der Feuerwehr hieß es, Anwohner konnten sich in einen Bus der BVG setzen und vorübergehend ausruhen. Das Deutsche Rote Kreuz habe 30 Bewohner betreut und versorgt, etwa mit Getränken und Decken. Wegen der Löscharbeiten war die Prenzlauer Promenade nach Polizeiangaben am frühen Morgen abschnittsweise gesperrt.

Nun rücke die Feuerwehr immer wieder an, damit der Brand nicht wieder aufflamme, sagte der Feuerwehrsprecher. Diese Kontrollen könnten sich über den ganzen Sonnabend hinziehen.