Berlin - Sie organisierten ihren Drogenlieferdienst aus einem Spätkauf heraus und brachten den Stoff mit Kokstaxis zu den Kunden. Auch Konsumenten aus dem Berliner Umland wurden nach einem Anruf oder einer Nachricht per Messengerdienst beliefert. Mit dieser Vorgehensweise soll eine Berliner Drogenbande im großen Stil Kokain verkauft haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Bei einer stadtweiten Razzia wurden nun fünf Verdächtige wegen bandenmäßigen Drogenhandels festgenommen.

Seit den frühen Morgenstunden hatten 250 Einsatzkräfte der Berliner Polizei am Dienstag Durchsuchungsbeschlüsse an 15 Orten vollstreckt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft fanden die Beamten erhebliche Geldmengen, rund 300 Gramm Kokain, Schmuck sowie hochwertige Autos, die als Beweismittel sichergestellt wurden. Wie die Ermittler auf die Kokstaxis aufmerksam wurden, teilte die Behörde nicht mit.

Kokain-Bestellungen gingen auf ein Koordinationshandy ein

Der Chef der Bande soll das Kokain zuvor gewogen, portioniert und verpackt haben. „Seine mutmaßlichen Mittäter sollen die Bestellanrufe im Schichtbetrieb über ein Koordinationshandy entgegengenommen und das Rauschgift wiederum unter logistischer Nutzung des Koordinationshandys an die Kunden ausgeliefert haben“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Anlaufstelle Nummer eins für die logistische Planung war ein Späti in Berlin, von wo aus der Drogenhandel koordiniert worden sei. Als Tarnung hätten die Täter so getan, als würden sie Obst und Gemüse verkaufen. Die Verdächtigen sollen mit dieser Vorgehensweise mehrere Tausend Kokainauslieferungen vorgenommen haben.