Berlin - Die Bundespolizei in Berlin hat einen 33-Jährigen für seine Zivilcourage geehrt. Der Syrer hatte zwei Mädchen beschützt, die im Dezember 2020 von zwei jungen Männern sexuell belästigt wurden. Er ging beherzt dazwischen, woraufhin er von den Tätern krankenhausreif geschlagen wurde. 

Wie die Bundespolizei am Freitag mitteilte, ereignete sich der Vorfall an Heiligabend um 21.15 Uhr an einer Bushaltestelle nahe des Bahnhofs Rathaus Steglitz. Demnach hatte der 33-Jährige bemerkt, wie die beiden Mädchen im Alter von 15 und 17 Jahren längere Zeit belästigt wurden. Obwohl die Schwestern den beiden Männern mehrmals klarmachten, dass sie sich bedrängt und unwohl fühlten, sollen diese nicht von ihnen abgelassen haben, so die Bundespolizei.   

Die Täter schlugen und traten auf den mutigen Zeugen ein

Daraufhin schritt der 33-Jährige ein und forderte die beiden Marokkaner auf, die Mädchen in Ruhe zu lassen. Die Männer folgten ihm bis zum S-Bahnsteig, wo sie auf ihn einprügelten. „Selbst als er am Boden lag, traten und schlugen die Angreifer weiter zu“, erklärte eine Sprecherin der Bundespolizei. Die Schläger hätten erst von ihm abgelassen, als ein Passant dazwischenging. 

Während der 33-Jährige von Rettungskräften in ein Krankenhaus gebracht wurde, nahmen Einsatzkräfte der Berliner Polizei die beiden 17- und 19-jährigen Schläger in der Nähe des Bahnhofs fest. Gegen sie wird unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Bundespolizei übergibt Geschenk für Zivilcourage 

„Dank des couragierten Eingreifens des 33-Jährigen konnten die beiden Schwestern vor weiteren Belästigungen und möglichen Übergriffen der jungen Männer bewahrt werden“, erklärte die Sprecherin der Bundespolizei. Die Leitung der Bundespolizeiinspektion am Berliner Ostbahnhof überreichte ihm daher Anfang der Woche ein Geschenk als Anerkennung für seinen beherzten Einsatz.

Die Bundespolizei betonte in diesem Zusammenhang, dass sich niemand selbst in Gefahr bringen sollte, wenn er anderen zur Seite steht. In solchen Situationen sei immer besonnenes Verhalten gefragt. Um die Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten, ist die Polizei immer auch auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, hieß es. Wie man sich in solchen Fällen verhalten sollte, erklärt die Bundespolizei hier.