Berlin - Ein Zeuge hat in Berlin-Weißensee der Polizei dabei geholfen, einen Brandstifter zu überführen. Nach Angaben der Polizei war der 24-jährige Anwohner der Langhansstraße am Sonntagabend auf den Verdächtigen aufmerksam geworden, als er gegen 21.40 Uhr einen lauten Knall hörte. Als er aus dem Fenster sah, beobachtete er einen Mann, der sich laut Polizei mit einem brennenden Gegenstand in einen geparkten Honda beugte. 

Der 24-Jährige alarmierte sofort die Polizei und nahm die Verfolgung des mutmaßlichen Brandstifters auf. Zusammen mit einem weiteren Passanten gelang es ihm, den 28-jährigen Verdächtigen bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Da die Einsatzkräfte davon ausgingen, dass er Alkohol getrunken hatte, wurde ihm nach Feststellung seiner Identität Blut abgenommen. Das Ergebnis steht noch aus, sagte eine Polizeisprecherin am Montagmorgen auf Nachfrage. 

Brandermittler der Kriminalpolizei haben noch in der Nacht den Fall übernommen. Ersten Erkenntnissen zufolge hatte der Verdächtige eine Seitenscheibe des Autos eingeschlagen. Dann habe er versucht, im Innenraum trockenes Laub zu anzuzünden, heißt es. Offenbar hatte der Zeuge mit seinem schnellen Eingreifen Schlimmeres verhindert. 

Immer mehr Brandstiftungen an Autos in Berlin

In Berlin brennen vor allem nachts immer wieder Fahrzeuge. In den ersten sechs Monaten in diesem Jahr hat die Polizei erneut mehr Autobrandstiftungen registriert. Vom 1. Januar bis 30. Juni 2021 wurden bislang mindestens 206 Brandstiftungen an Fahrzeugen, Autos, Lastwagen und Transportern gezählt, von denen 29 politisch motiviert waren. Obwohl es schwierig ist, Brandstifter auf frischer Tat zu ertappen, gab es auch einige Festnahmen. Nach Angaben der Polizei konnten 26 Verdächtige zu 44 Strafverfahren ermittelt werden.