Berlin - Ein 46-jähriger Mann hat in Wilmersdorf versucht, die Festnahme seines Sohnes zu verhindern, als dieser ein gestohlenes Fahrrad verkaufen wollte. Die Besitzerin hatte ihr Rad wiedererkannt und den Hehler ausgetrickst. 

Nach Angaben der Polizei soll der 21-Jährige das Fahrrad im November vergangenen Jahres in Alt-Treptow gestohlen haben. Als er seine Beute nun im Internet anbot, las die Besitzerin die Verkaufsanzeige und vereinbarte einen Termin mit dem Mann. Anschließend informierte sie die Polizei, die der Frau am Mittwochmittag für die Übergabe Zivilfahnder zur Seite stellte.

Als die Polizisten den 21-Jährigen an der Nachodstraße / Bamberger Straße festnahmen, fuhren plötzlich seine Eltern in einem Auto vor. „Bisher ist unklar, wie sie von der Festnahme ihres Sohnes erfahren haben“, erklärte ein Polizeisprecher. Der 46-jährige Vater habe sich der Polizei zufolge eingemischt. Anschließend habe er versucht, die Überprüfung seines Sohnes zu verhindern. Da den Zivilpolizisten nicht klar war, ob der 46-Jährige in die Hehlerei involviert war, überprüften sie ihn mit Unterstützung von Beamten einer Einsatzhundertschaft.

Polizisten stoppten die Flucht des Vaters

Der Vater habe sich jedoch den Anweisungen der Polizisten widersetzt und stieg stattdessen in sein Auto ein, um wegzufahren. Daraufhin habe ein Beamter versucht, den Autoschlüssel aus dem Schloss zu ziehen. Dem Mann gelang es trotzdem, loszufahren. Nach wenigen Metern konnte der Schlüssel doch noch abgezogen werden, was eine Weiterfahrt verhinderte.

Bei seiner Festnahme habe der Mann dann versucht, die Dienstwaffe eines Beamten aus dem Halfter zu ziehen. Mehrere Einsatzkräfte seien nötig gewesen, um ihn zu überwältigen. Eine Abfrage ergab, dass er keine Fahrerlaubnis besitzt. Nach Feststellung seiner Personalien durfte er seinen Weg zu Fuß fortsetzen. Gegen ihn wird nun wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Sein Sohn wurde der Kriminalpolizei überstellt.