Berlin - Die Berliner Ermittlungsbehörden haben die Durchsuchungen zahlreicher Corona-Teststellen wieder aufgenommen. Das teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Donnerstag mit. Es habe bislang jedoch keine Festnahmen gegeben. „Man muss erst einmal gucken, was man findet, was da abgerechnet wurde“, sagte Steltner. Welche Beweismittel festgestellt wurden, könne er noch nicht sagen.

Bereits am Mittwoch hatten mehr als 200 Beamte des Landeskriminalamts und der Landespolizeidirektion nach Polizeiangaben zahlreiche Teststellen durchsucht. Es gebe mehr als 50 Tatverdächtige.

Betrug mit Corona-Schnelltests: Erster Verdacht kam in Neukölln auf

„Ausgangspunkt waren Verdachtsmomente auf einen Abrechnungsbetrug im Zusammenhang mit Corona-Schnelltests im Bezirk Neukölln“, erklärte Steltner. Möglicher Betrug mit Schnelltests beschäftigt seit Monaten die Verantwortlichen. In mehreren Bundesländern wurden Verdachtsfälle bekannt. Im Juni waren in Berlin einzelne Teststellen geschlossen worden, auch wegen unzureichender Durchführung von Tests und Hygienemängeln. 

Allein von März bis Ende Mai wurden in Berlin 5,2 Millionen Tests gemeldet, davon 4,8 Millionen an privat betriebenen Teststationen. Die Anbieter lassen sich die Leistung über die Kassenärztlichen Vereinigung aus öffentlichen Mitteln bezahlen. Zunächst waren es zwölf Euro für den Aufwand plus bis zu sechs Euro für den Test.

Seit Juli sind es acht beziehungsweise 4,50 Euro. Die Zahl der Teststellen in Berlin ist inzwischen gesunken. Nach einem Höchstwert von 1656 sogenannten Test-to-go-Stellen privater Betreiber Anfang Juni sind es jetzt noch rund 1300.