Berlin - In Berlin-Steglitz haben Kriminaltechniker des Landeskriminalamts eine 250 Kilogramm schwere Weltkriegsbombe entschärft. Der Sprengsatz sei am Montagabend erfolgreich unschädlich gemacht worden, teilte die Polizei mit. Rund 3000 Menschen konnten damit wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Der Blindgänger war am Vormittag bei Bauarbeiten entdeckt worden. Rund um den Fundort am Oehlertring hatte die Polizei einen etwa 300 Meter großen Sperrkreis eingerichtet.

Die Polizei war mit 150 Beamten im Einsatz. Die Ortsgruppe Steglitz-Zehlendorf des Deutschen Roten Kreuzes hatte auf Twitter angekündigt, eine Notunterkunft für die betroffenen Anwohner einzurichten. Laut Polizei wurden Betroffene, die nicht wissen, wo sie unterkommen sollten, in die Turnhalle der Wilhelm-Ostwald-Schule (OSZ) versorgt.

Einige Anwohner in dem betroffenen Gebiet waren aufgrund des Polizeieinsatzes etwas aufgebracht: „Ich bin durch den Mannschaftswagen und die Durchsage aufmerksam geworden“, sagte eine 17-Jährige, die am Nachmittag in dem Kiez alleine zu Hause war. Plötzlich hätten alle Nachbarn gegenüber ihre Häuser verlassen und seien weggefahren. „Da hatte ich schon Angst.“ Nach Telefonaten mit den Eltern habe sie angefangen, ein paar Dinge einzupacken: Kleidung, Impfpass, iPad. Die Lage beruhigte sich etwas, draußen immer noch viel Polizei. „Da schoss mir durch den Kopf, jetzt kommen die Polizisten rein und mein Zimmer ist unaufgeräumt.“ Kamen sie aber nicht, weil die Häuserzeile der 17-Jährigen gerade außerhalb des Sperrkreises liegt. 

Evakuierung: Schwimmbad, Supermarkt und Tankstelle betroffen 

Im Sommerbad am Insulaner hatten Mitarbeiter der Berliner Bäderbetriebe die Besucher per Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, das Schwimmbad zu verlassen. Auch ein Supermarkt und eine Tankstelle waren betroffen. Komplizierter sei es aber gewesen, die Wohnhäuser rechtzeitig zu evakuieren, sagte Polizeisprecherin Heidi Vogt. Die Anwohner waren mit Lautsprecherdurchsagen informiert worden. Eine Hubschrauberbesatzung kontrollierte, dass sich niemand mehr im Sperrgebiet aufhielt.

Die alarmierten Spezialisten hatten beschlossen, die Bombe noch am Montagabend zu entschärfen. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der S-Bahnverkehr zwischen den Bahnhöfen Priesterweg und Südende unterbrochen werden.