Gut anderthalb Monate nach dem verheerenden Brand in der Paul-Gerhardt-Kirche in Prenzlauer Berg sind der oder die Brandstifter noch immer auf freiem Fuß. „Wir haben noch keinen Tatverdächtigen ermittelt und werten weiterhin Spuren aus“, erklärte ein Sprecher der Polizei Berlin auf Anfrage der Berliner Zeitung. Welche Spuren das konkret sind, konnte er nicht sagen. Anfangs vermuteten Berliner Kirchenvertreter, dass Kritiker der Corona-Maßnahmen hinter der Tat stecken könnten.

Die Paul-Gerhardt-Kirche gehört wie die Gethsemanekirche zur Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, wo sich die Gemeindemitglieder dem Protest der Corona-Kritiker zuletzt vehement entgegenstellten. Auch die Polizei begann anfangs in diese Richtung zu ermitteln. Inzwischen seien die Ermittlungen aber in mehrere Richtungen ausgeweitet worden, hieß es auf Anfrage.

Resolution der BVV Pankow beschlossen

Am Abend des 20. Januar hatten Unbekannte Feuer in der Paul-Gerhardt-Kirche in der Wisbyer Straße gelegt. Dabei wurde der Altar durch das Feuer zerstört. Der Innenraum mit Orgel wurde stark beschädigt. Die genaue Höhe des Sachschadens ist unbekannt.

Das Bezirksparlament in Pankow beschloss am Donnerstag eine gemeinsame Resolution. Darin heißt es: „Wie sicherlich die meisten Einwohner Pankows haben auch die Mitglieder der BVV den Brandanschlag auf die Paul-Gerhardt-Kirche mit großer Bestürzung zur Kenntnis genommen. Der finanzielle Schaden ist erheblich, aber auch die Auswirkungen auf die Gemeinde und das gesellschaftliche Umfeld geben uns allen zu denken. Neben den Gottesdiensten sind es auch Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien, die abgesagt bzw. verschoben werden mussten und müssen. Wir hoffen, dass der Brandstifter gefasst werden kann und zur Rechenschaft gezogen wird. Gerade ein Anschlag auf ein Gotteshaus zeugt von einer Skrupellosigkeit, die fassungslos macht. Als BVV Pankow verurteilen wir derartige Anschläge auf das Schärfste.“