Berlin - Einen Tag nach einer Öffentlichkeitsfahndung hat die Polizei einen Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das Robert-Koch-Institut (RKI) festgenommen. Wie die Polizei am Sonnabend mitteilte, handelt es sich um einen 43-Jährigen aus Gesundbrunnen. Hinweise aus der Bevölkerung führten die Ermittler zu ihm. Allerdings habe sich der dringende Tatverdacht im Zusammenhang mit dem Brandgeschehen gegen den Mann nicht aufrechterhalten lassen können, so die Polizei. Der Festgenommene wurde wieder auf freien Fuß gesetzt. 

In der Nacht zum 25. Oktober 2020 waren mehrere Brandsätze gegen die Fassade des RKI-Gebäudes an der General-Pape-Straße geworfen worden. Ein Wachmann hatte der Polizei zufolge gegen 2.40 Uhr mehrere Personen gesehen, die Molotowcocktail warfen. „Dabei soll auch eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen sein. Die Flammen konnte der Mitarbeiter löschen“, hieß es. Verletzt wurde niemand. Bei der Polizei war wenige Tage später ein Bekennerschreiben eingegangen.

Die Polizei prüft in dem Zusammenhang auch einen Anschlag auf ein Forschungsinstitut, das mit dem RKI zusammenarbeitet. Nur wenige Tage nach dem Brand beim RKI hatte es eine Explosion vor dem Gebäude der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin gegeben. Feuerwehr und Polizei fanden Reste einer „selbstgebauten Brandvorrichtung“, wie die Polizei erklärte. Auch dort wurde niemand verletzt.