Potsdam - Die Brandenburger Polizei hat mit der Erprobung von sogenannten Tasern begonnen. Das Pilotprojekt mit den Elektroschockern habe Anfang März in der Polizeiinspektion Elbe-Elster in Finsterwalde begonnen, sagte der Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. Ziel sei es, grundsätzlich alle Beamten des dortigen Wach- und Wechseldienstes in den Einsatz mit den Distanzwaffen einzubeziehen. Noch im zweiten Quartal soll auch die 3. Einsatzhundertschaft in Cottbus damit ausgerüstet werden. Insgesamt seien bislang 27 Taser angeschafft worden, sagte der Polizeisprecher. Nach einem Jahr Erprobung solle darüber entschieden werden, ob Taser als neues Einsatzmittel der Brandenburger Polizei geeignet seien.

Insbesondere Streifenbeamte sollen die Distanzwaffen erproben. Diese haben unter anderem wegen der unmittelbaren „Mannstoppwirkung“ Vorteile gegenüber anderen Zwangsmitteln, erläuterte Herbst. So könne Reizgas etwa in einer Wohnung nicht immer eingesetzt werden und zeige gegenüber Menschen, die unter Drogeneinfluss stünden, nur bedingt Wirkung.

Einsatz von Bodycams hat noch nicht begonnen

So kämen Taser etwa beim Einsatz gegen körperlich überlegene Menschen wie Kampfsportler oder mit Schlagwaffen ausgerüstete Gegner in Frage, sagte Herbst. „Erfahrungen anderer Länder zeigen auch, dass der Einsatz im Zusammenhang mit der Rettung suizidgefährdeter Personen in Erwägung gezogen werden kann.“ Zudem habe sich gezeigt, dass allein die Androhung des Einsatzes von Tasern in 60 bis 70 Prozent der Fälle ausreiche. Die Elektroschocker seien allerdings kein Ersatz für die Schusswaffen der Beamten, betonte der Polizeisprecher.

Die ebenfalls geplante Erprobung von Bodycams, die das Geschehen während eines Einsatzes von Polizeibeamten aufzeichnen sollen, habe noch nicht begonnen, sagte Herbst. Diese Kameras sollen nach derzeitigem Planungsstand demnächst in den Polizeiinspektionen Potsdam, Oberhavel, Cottbus/Spree-Neiße sowie bei der 1. Einsatzhundertschaft in der Landeshauptstadt erprobt werden.