Berlin - Mehrere Mitglieder des Abou-Chaker-Clans stehen ab Freitag in Berlin vor dem Landgericht. Dabei geht es laut Bild-Zeitung um Betrug, Urkundenfälschung und mittelbare Falschbeurkundung. Die beiden Brüder R. und M. Abou-Chaker waren am 10. Dezember bei einer Razzia festgenommen worden. Die Clan-Mitglieder sowie zwei Komplizen sollen ein Mehrfamilienhaus in Kreuzberg zum Schein verkauft haben. Für den fingierten Verkauf des Hauses, das einer Rentnerin gehören soll, sollen die mutmaßlichen Täter gefälschte Personalausweise und falsche Eigentümervollmachten verwendet haben. 

Gegenüber Focus Online sagte ein Oberstaatsanwalt: „Wir haben es hier mit einer neuen Qualität der Dreistigkeit zu tun – mit einer erheblichen kriminellen Energie.“ Die Besitzerin des Hauses entdeckte den Scheinverkauf offenbar nur, weil ihr die Gebäudeversicherung gekündigt worden war, heißt es. Das Haus sollte für mehr als sechs Millionen Euro veräußert werden, obwohl es nur die Hälfte wert ist. Der Prozess soll an 13 Verhandlungstagen bis zum 24. August stattfinden.