Berlin - Eine Corona-Kontrolle der Polizei Berlin in einer Grünanlage in Fennpfuhl ist am Dienstag völlig eskaliert. Die Einsatzkräfte wurden nach Darstellung der Polizei so massiv bedroht, dass sie ihre Schusswaffe zogen. Sie seien von „einer großen Personengruppe“ angegriffen worden. Diese Gruppe bestand laut Polizei aus „etwa 50 Frauen, Männer und Kinder fest, die ohne Mund-Nase-Bedeckung verweilten und Abstandsregeln ignorierten“

Die Polizei sei gegen 16.15 Uhr in den Fennpfuhlpark nach Lichtenberg gefahren, weil sich „dort mehrere Personen an einem Grillplatz aufhalten sollten“. An einem dortigen Grillplatz hätten die Einsatzkräfte rund 50 Frauen, Männer und Kinder festgestellt. Abstände seien nicht eingehalten worden, keiner habe eine Maske getragen.

Mann soll Polizisten mit Gehhilfe attackiert haben 

Der„ wiederholten und lautstarken Erteilung von Platzverweisen“ sei die Gruppe nicht nachgekommen, so dass die Polizistinnen und Polizisten „mit leichtem Abdrängen versuchten, die Menschen in verschiedene Richtungen zu verteilen, um die Ansammlung zu beenden“. Daraufhin „solidarisierten sich die Personen, reagierten aggressiv und bauten sich gemeinsam vor den Einsatzkräften auf, um weitere Maßnahmen zu verhindern“.

Nach Darstellung der Polizei sei ein 36-jähriger Mann „besonders hervorgetreten“ und habe „mit einer Gehhilfe“ mehrfach in Richtung eines Polizisten geschlagen. Der Polizist sei dabei „am Arm verletzt“ worden. Ein weiterer Polizist habe die Gehhilfe daraufhin wegschlagen und sei in der Folge ebenfalls von dem 36-Jährigen attackiert worden. Beide Männer seien im Gerangel zu Boden gegangen. 

Polizisten setzen Pfefferspray und ziehen ihre Dienstwaffen

Bei der anschließenden Festnahme habe der 36-Jährige laut Polizei „erheblichen Widerstand“ geleistet. Zudem sei die Gruppe „bedrohlich nähergekommen“, ein Unbekannter habe einen der Polizisten„ zu Boden gestoßen“. Daraufhin setzten die Einsatzkräfte Pfefferspray ein – und zogen ihre Pistolen. Eine Polizeisprecherin: „Letztlich konnte die Attacke mit dem Ziehen der Schusswaffe, dem Einsatz von Pfefferspray sowie dem Eintreffen alarmierter Unterstützungskräfte beendet werden.“

Als alarmierte Unterstützung eintraf, löste sich die Menschenmenge laut Polizei rasch auf und entfernte sich. Der Festgenommene kam in ein Krankenhaus, wo er sich zwangsweise einer richterlich angeordneten Blutentnahme unterziehen musste. Anschließend konnte er seinen Weg fortsetzen.

Anzeige gegen Polizisten wegen Körperverletzung im Amt

Die beiden angegriffenen Kollegen wurden ambulant in der Klinik versorgt und beendeten danach ihren Dienst. Nach Angaben der Polizei wurden Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, versuchter Gefangenenbefreiung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung eingeleitet. Zudem ist eine Anzeige wegen Körperverletzung im Amt erstattet worden.