Berlin - Auch für den heutigen Montag waren in Berlin drei Demonstrationen gegen die Corona-Politik geplant. Doch die Berliner Behörden haben die Aufzüge und Kundgebungen verboten. Spontane Ansammlungen von größeren Gruppen hätten sich bisher noch nicht in der Stadt gebildet. Die Polizei sei nach den Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizisten am Wochenende allerdings in Alarmbereitschaft, hieß es. 

„Querdenken 791“ aus Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg hatte unter dem Motto „Das Jahr der Freiheit und des Friedens - Das Leben nach der Pandemie“ eine Kundgebung mit bis zu 10.000 Teilnehmern angemeldet. Nach Angaben der Polizei wollten die Teilnehmer von 9 bis 13 Uhr auf der Straße des 17. Juni zwischen dem Großen Stern und dem Brandenburger Tor protestieren.

Berlins Innensenator Geisel verteidigt das harte Vorgehen der Polizei

Im Anschluss daran sollte eine weitere Kundgebung stattfinden. „Querdenken 861“ aus dem oberbayerischen Traunstein wollte den Protest an der gleichen Stelle fortführen –auch dafür waren 10.000 Teilnehmer angemeldet. Die Demonstrationen seien aus Infektionsschutzgründen verboten worden, sagte Innensenator Innensenator Andreas Geisel (SPD) am Montag dem RBB. „Weil der Gesundheitsschutz durchgesetzt werden muss“, so der Politiker.

Dies gilt auch für eine kleine Kundgebung am Potsdamer Platz. Dort waren 1000 Menschen angemeldet, die von 10 bis 21 Uhr unter dem Motto „Freies Leben, freie Liebe“ gegen die Corona-Beschränkungen demonstrieren wollten. 

Am Wochenende waren rund 5000 Gegner der Corona-Politik trotz Demo-Verbots durch die Stadt gezogen. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Polizisten. Rund 600 Personen wurden festgenommen. Geisel und die Gewerkschaft der Polizei bewerten das zum Teil harte Vorgehen der Polizei bei den Versammlungen als professionell und angemessen. 

Corona-Demos: Bundesregierung besorgt wegen der Gewalt in Berlin 

Die Bundesregierung zeigte sich nach den Ausschreitungen in Berlin besorgt. Es habe dabei auch „Angriffe auf Personen aus dem Protestgeschehen heraus“ gegeben, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Montag in Berlin. „Das nimmt die Bundesregierung mit großer Besorgnis wahr.“ Für Gewalt und Provokation sei ebenso wenig Platz wie „für rechtsextremistisches Gedankengut, für Verschwörungsmythen, egal von welcher Seite diese kommen“.