Berlin - Der Berliner Polizei ist am Dienstag erneut ein Schlag gegen den organisierten Drogenhandel gelungen. Morgens ab 6 Uhr standen plötzlich zahlreiche Beamte des Drogendezernats vor acht Wohnadressen in Berlin. Insgesamt 120 Polizisten vollstreckten in Charlottenburg, Mitte und Spandau Durchsuchungsbeschlüsse. Ermittler hatten die Bande in Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft zuvor schon länger im Visier. 

Wie die Polizei am Dienstagabend mitteilte, sind acht Männer zwischen 27 und 34 Jahren dringend verdächtig, eine Chatgruppe mit rund 1000 Teilnehmern betrieben zu haben. Die Konsumenten sollen in den Chats Kontakt mit den Drogendealern aufgenommen haben. Dabei ging es unter anderem um die Bestellung und den Treffpunkt.

Bei der stadtweiten Razzia wurden nach Angaben der Polizei drei Kilogramm Cannabis, 90 Gramm Kokain, diverse verschreibungspflichtige Arzneimittel, ein fünfstelliger Geldbetrag sowie weitere Beweismittel sichergestellt. Die Verdächtigen wurden festgenommen und anschließend vernommen.

Drogen im Internet: Polizei nimmt „BerlinExpress“ hoch

Berliner Drogenfahnder legen damit ihren Fokus immer mehr auf Drogendealer, die in großem Stil Rauschgift über Messengerdienste anbieten. Erst am 11. März konnten Betreiber einer solchen Chatgruppe ermittelt und festgenommen werden. Anfang März stürmten rund 200 Einsatzkräfte 14 Wohnungen in Berlin. Fünf der insgesamt 13 Verdächtigen wurden festgenommen. Sie sollen unter dem Namen „BerlinExpress“  Drogen-Angebote in Chatprogrammen angepriesen haben. 

Geliefert wurden der Polizei zufolge Marihuana, Kokain und andere Drogen per Post oder Auto. Ihr Werbeslogan lautete „The safest and easiest way to become your stuff‼“ Die Bezahlung sei in bar oder per Bitcoin möglich gewesen, hieß es. Unterschiedliche Sorten Marihuana seien regelmäßig in den Kanälen der Messenger angeboten worden.

Kokain wurde in den Chats mit dem Symbol einer Schneeflocke gekennzeichnet. „93% 0,5/50€ Ordercode:Co‼“, also 50 Euro je halbes Gramm. Es gab auch Symbole für Ecstasy, andere Tabletten, LSD, weitere Drogen sowie Viagra „4pices á100mg/50€“. In den meisten Fällen organisieren sich die Banden über Telegram.