Berlin - Ein Berliner Polizist soll für Drogendealer sensible Daten aus dem Polizeisystem abgefragt haben. Dies fanden Beamte heraus, als sie gegen mutmaßliche Rauschgifthändler ermittelten. Ins Visier der Ermittler sind zwei Hauptverdächtige im Alter von 33 und 39 Jahren geraten, die am frühen Donnerstagmorgen bei einer Drogenrazzia verhaftet wurden. Nach Angaben der Polizei durchsuchten daraufhin rund 80 Einsatzkräfte sechs Wohnungen und Büros in Berlin. Auch der beschuldigte Polizeibeamte bekam Besuch von Kollegen.

Wie die Polizei mitteilte, werde gegen die beiden mutmaßlichen Drogendealer schon länger wegen des gemeinschaftlichen, gewerbsmäßigen Betäubungsmittelhandels in mindestens 30 Fällen ermittelt. Sie sollen zudem gegen das Waffengesetz und Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen haben. Ihnen werden noch am Donnerstag die Haftbefehle verkündet, so die Polizei.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Wohnung eines Berliner Polizisten durchsucht. „Er steht im Verdacht, unberechtigt Daten abgefragt und diese gegen Bezahlung an einen der Beschuldigten weitergegeben zu haben“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Dem Beamten wurde eine vorläufige Dienstenthebung ausgesprochen. Die Entlassung werde vorbereitet, so der Sprecher weiter. Sämtliche Zugriffsrechte auf polizeiliche Abfragesysteme seien ihm entzogen worden.