Berlin - Der Ordnungsstadtrat von Pankow, Daniel Krüger (für AfD), hat einen umstrittenen Einsatz seines Ordnungsamts und der Polizei Berlin am Montag verteidigt. Auslöser war ein 25-jähriger Radfahrer, der in der Hufelandstraße im Bötzowkiez den Gehweg befahren hatte und vom Ordnungsamt angehalten worden war. Die Situation war danach völlig eskaliert, wie die Berliner Zeitung am Wochenende berichtete.  

Anwohner werfen Polizeikräften und Ordnungsamtsmitarbeitern vor, gegenüber mehreren Personen unnötige Gewalt angewendet und sich auch im Ton vergriffen zu haben. Einige haben Anzeige erstattet. Die Polizei sagt, dass der Radfahrer sich der Kontrolle widersetzt habe und aggressiv wurde. Außerdem seien Beamte von umstehenden Anwohnern bedrängt und beleidigt worden. Ein Ordnungsamtsmitarbeiter wurde vom Radfahrer verletzt, so die Polizei. Der 25-jährige Radfahrer, der auch leicht verletzt wurde, widerspricht der Darstellung des Ordnungsamts. „Ich war bereit, das Geld zu zahlen, ehe die Polizei kommt“, sagte der Mann an diesem Montag der Berliner Zeitung.

Belegt ist, dass später ein 61-jähriger Augenzeuge minutenlang mit gefesselten Händen von Polizeibeamten auf den Boden gedrückt wurde und laut um Hilfe rief. Belegt ist auch, dass der Augenzeuge Hans-Conrad Walter von zwei Beamten gegen die Wand gedrückt wurde.

Alles rechtens, sagt Stadtrat Kürger nach Prüfung des Vorfalls. In einer Pressemitteilung schreibt er: Der Radfahrer  habe die Zahlung eines Verwarnungsgeldes von 10 Euro sowie die Herausgabe seiner Personalien verweigert und wurde „gegenüber den Mitarbeiter:innen aggressiv und handgreiflich“. Die Polizei wurde laut Krüger zur Unterstützung und Feststellung der Personalien dazugerufen.

Weiter heißt es: „Zwischenzeitlich gesellten sich zunehmend Passanten und Anwohner dazu. Obgleich ihnen der Grund für die sich vor Ort darbietende Situation nicht bekannt war, solidarisierten sie sich mit dem Radfahrer und brachten dies lautstark und teilweise mit Kamera filmend zum Ausdruck. Eine weitere unbeteiligte Person behinderte und beleidigte die zwischenzeitlich eingetroffenen Kräfte der Polizei bei der Sachstandsfeststellung.“ 

Viele Bürgerinnen und Bürger würden täglich etwas vom Ordnungsamt erwarten, ja fordern, so Krüger. „Dabei sind die Dienstkräfte zunehmend auch Anfeindungen ausgesetzt, nur selten spitzen sich allerdings vergleichbare Situationen derart zu.“

Völlig offen bleibt, warum Daniel Krüger (für AfD) sämtliche anderen Zeugen, die mit der Polizei in Streit gerieten, nicht erwähnt. Die Polizei Berlin arbeitet den Fall noch auf.

Augenzeuge Hans-Conrad Walter fordert nun den Rücktritt beziehungsweise die Entlassung von Daniel Krüger. Am Dienstag gibt der Anwohner, der den Vorfall mit dem Handy filmte, einem Fernsehsender ein Interview.