Berlin - IT-Spezialisten der Berliner Polizei sorgen mittlerweile regelmäßig für Ermittlungserfolge. Die Auswertung von sogenannten Encrochat-Daten führte in der Hauptstadt zu Razzien, bei denen Waffen und Drogen im Wert von 650.000 Euro beschlagnahmt wurden. Bei der Staatsanwaltschaft seien dadurch 138 Ermittlungsverfahren gegen 191 Verdächtige eingeleitet worden. Das geht aus Zahlen aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage des Linke-Abgeordneten Sebastian Schlüsselburg hervor, über die der RBB berichtet.

Durch die Entschlüsselung von rund 1,6 Millionen Datensätze der Software konnten die Berliner Sicherheitsbehörden dem Bericht zufolge 31 Haftbefehle vollstrecken. 21 Verdächtige sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Bei 55 Durchsuchungen wurden unter anderem Waffen im Wert von 80.000 Euro gefunden. Im Zusammenhang mit geknackten Encrochat-Kryptohandys wird nun insbesondere wegen Drogendelikten, Geldwäsche und Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz ermittelt. 

Encrochat: 60.000 Teilnehmer aus 120 Ländern 

Erst am Montagmorgen war den Sicherheitsbehörden in Berlin und Brandenburg aufgrund von Encrochat-Daten ein Schlag gegen eine international agierende Drogenbande gelungen. Es wurden Drogen im Wert von elf Millionen Euro beschlagnahmt, darunter über 1,2 Tonnen Cannabis, elf Kilogramm Kokain sowie 20.000 Ecstasy-Tabletten. Die Drogen seien aus Spanien und den Niederlanden nach Deutschland transportiert worden. Fünf Verdächtige wurden festgenommen. 

Ermittler in den Niederlanden und Frankreich hatten bereits im vergangenen Jahr mehr als 20 Millionen geheimer Nachrichten gehackt, die laut der europäische Justizbehörde Eurojust kriminelle Machenschaften aufdeckten. Rund 60.000 Teilnehmer aus 120 Ländern hätten den aufwendig verschlüsselten Chatdienst genutzt, hieß es. Auch ein Berliner Clan soll über die Software-Entschlüsselung ins Visier der Ermittler geraten sein.