Berlin - Erneut sind Unbekannte unbemerkt auf das Sicherstellungsgelände der Berliner Polizei in Biesdorf eingebrochen. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin kritisiert seit Jahren, dass die Liegenschaften der Behörde nicht ausreichend geschützt seien. Insbesondere auf das eingezäunte Gelände an der Cecilienstraße in Biesdorf dringen Einbrecher immer wieder ein. Einige Eindringlinge versuchten mit Brandstiftungen Spuren an sichergestellten Fahrzeugen zu beseitigen.

Welchen Zweck der jüngste Einbruch hatte, sei bisher noch unklar. Die Polizei hatte zunächst keine größeren Schäden finden können. Objektschützer hatten am Mittwochnachmittag lediglich einen beschädigten Zaun festgestellt. Wie die Polizei mitteilte, hatten die Mitarbeiter während eines Streifenganges ein Loch entdeckt, durch das Menschen hindurchklettern könnten. Die Täter hatten offenbar einen Seitenschneider benutzt.

Die Objektschützer hätten laut Polizei bemerkt, dass das herausgeschnittene Zaunstück mit Draht an dem Zaun wieder befestigt wurde, sodass von Weitem nicht auffiel, das er beschädigt wurde. Der Schaden wurde behoben.

GdP: Sicherheit von Polizeiliegenschaften weiterhin schlecht

„Wir sind froh, dass den Kollegen der beschädigte Zaun aufgefallen ist. Wir reden seit Jahren über die absolut unzureichende Sicherung von Polizeiliegenschaften, was ein absolutes Sicherheitsrisiko für unsere Kolleginnen und Kollegen darstellt“, erklärte Berlins GdP-Sprecher Benjamin Jendro. Trotz zahlreicher Fälle sei bis heute kaum etwas passiert. Die Sicherung staatlicher Institutionen gehöre in staatliche Hand, weil die Polizei nur so die Qualität bestimmen könnte, so Jendro.

37 Einbrüche auf Sicherstellungsgelände der Polizei

Zuletzt hatten Einbrecher Ende Januar vier sichergestellte Autos beschädigt. Ein Polizist hatte nachts zwei Personen beobachtet, die mit Gegenständen auf die Fahrzeuge einschlugen. Die Täter konnten flüchten. Erst Mitte Dezember und Ende Oktober des vergangenen Jahres hatten Endringlinge versucht, zwei BMW in Brand zu setzen. Allein auf ihren beiden Dienststellen, wo die Berliner Polizei beschlagnahmte Autos abstellt, gab es von 2011 bis 2019 insgesamt 37 Einbrüche. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage des SPD-Abgeordneten Tom Schreiber hervor.

An der Cecilienstraße stehen Autos, die aus verschiedenen Gründen sichergestellt oder beschlagnahmt wurden. Fast alle sind Träger von Spuren, die in Strafverfahren eine Rolle spielen.