Berlin - Im Spandauer Ortsteil Staaken haben Rettungskräfte in der Nacht zu Montag ein Mehrfamilienhaus evakuiert. Offenbar hatten Brandstifter in den Kellerräumen Feuer gelegt. Der Besucher eines Mieters hatte nach Angaben der Polizei um kurz nach 23 Uhr gesehen, wie Flammen aus einem Kellerfenster schlugen. Der Mann alarmierte die Feuerwehr, kurz darauf zogen giftige Rauchgase durch das Treppenhaus. 

„Aufgrund der starken Rauchentwicklung haben die Rettungskräfte das Wohnhaus evakuiert“, erklärte ein Polizeisprecher der Berliner Zeitung. 20 Bewohner, darunter Kinder, wurden laut Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Zwölf von ihnen erlitten trotz der schnellen Rettung leichte Rauchgasvergiftungen, die von Sanitätern der Feuerwehr vor Ort behandelt wurden. Nachdem das Feuer gelöscht war, konnten die Bewohner zurück in ihre Wohnungen. Zwei Kellerverschläge brannten der Polizei zufolge komplett aus.

Brandstiftung: Ein Verdächtiger ist noch ein Kind

Die Polizei geht von Brandstiftung aus. In Tatortnähe wurden ein zwölf- und ein 15-jähriger Tatverdächtiger festgenommen. Polizisten streiften ihnen Tüten über die Hände, um später die Haut auf mögliche Spuren untersuchen zu können. Die beiden sollen sich verdächtig verhalten haben, hieß es. Außerdem hatten sie Gegenstände dabei, die mit der Tat in Zusammenhang stehen könnten. So fanden Polizisten unter anderem Toilettenpapier, Deo-Spray und ein elektrisches Feuerzeug bei den mutmaßlichen Brandstiftern. 

Ermittler prüfen nun, ob die beiden Minderjährigen auch für einen weiteren Brand in der Nähe verantwortlich sind. Etwa eine halbe Stunde vor dem Kellerbrand hatte es in einem 17-geschossigen Hochhaus am Magistratsweg gebrannt. Im dritten Obergeschoss brannte ein Bettgestell – es war offenbar ebenfalls angezündet worden. 

Die beiden Jungen kamen auf eine Polizeiwache, wo sie vernommen wurden. Anschließend wurden sie ihren Eltern übergeben. Die Ermittlungen in dem Fall dauern an.