Berlin/Schönefeld - Bundespolizisten haben am Wochenende drei gesuchte Männer am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) verhaftet. Nach den Verdächtigen war mit Haftbefehlen gefahndet worden, teilte die Bundespolizei am Montag mit. Das Trio war den Einsatzkräften auf unterschiedliche Weise ins Netz gegangen. 

Der erste Verdächtige, ein 50-jähriger Deutscher, war Beamten am Freitagabend bei der Einreisekontrolle eines Fluges aus Beirut aufgefallen. Als sie ihn kontrollierten, sahen sie, dass gegen ihn ein sogenannter Untersuchungshaftbefehl vorlag. Der Mann soll nach Angaben der Bundespolizei zwischen März 2008 und Januar 2009 im großen Stil Kokain verkauft haben. Da der Gesuchte flüchtig war, hatte das Landgericht Neuruppin Untersuchungshaft angeordnet. Die Beamten übergaben den Drogendealer einer Brandenburger Justizvollzugsanstalt.

Nur zwei Stunden später verhielt sich der zweite gesuchte Verdächtige so auffällig, dass Bundespolizisten ihn unbedingt kontrollieren mussten. Der 29-Jährige hatte im Terminal 1 die Flucht ergriffen, als er die Streife bemerkte. Die Beamten verfolgten den Mann in Richtung Bahnhof und nahmen ihn fest. Bei der Überprüfung der Ausweisdokumente stellten sie fest, dass die Staatsanwaltschaft Berlin seit September letzten Jahres nach dem Mann suchte. Das Amtsgericht Tiergarten hatte den Deutsch-Russen im Oktober 2018 wegen illegalen Drogenhandels zu einer Geldstrafe in Höhe von 1350 Euro beziehungsweise 90 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. 

Flughafen BER: Gesuchter Mann schreit laut im Terminal 1

Der dritte Gesuchte hatte ebenfalls selbst auf sich aufmerksam gemacht. Der 56-jährige Deutsche hatte in der Nacht zu Sonntag so laut im Terminal 1 herumgeschrien, dass Bundespolizisten ihn kurz darauf überprüften. Dabei stellten sie fest, dass die Staatsanwaltschaft Berlin seit Oktober 2020 mit zwei Haftbefehlen nach ihm gesucht hatte. Das Amtsgericht Tiergarten hatte den Mann im Januar 2018 und im Juli 2019 wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von insgesamt 2400 Euro beziehungsweise 160 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe verurteilt. Davon war laut Bundespolizei noch eine Reststrafe von 1785 Euro beziehungsweise 119 Tagen offen.

Da weder der Drogendealer noch der Dieb ihre Geldstrafen begleichen konnten, übergaben die Bundespolizisten schließlich auch die beiden Männer einer Brandenburger Justizvollzugsanstalt, wo sie nun ihre Strafe absitzen müssen.