Potsdam - Am Wochenende ist in Potsdam eine Frau erst vergewaltigt und anschließend beinahe noch einmal sexuell missbraucht worden. Die 20-Jährige konnte sich beim zweiten Täter aus eigener Kraft losreißen und in Sicherheit bringen. Da die Polizei mittlerweile erste Beschreibungen der Männer hat, hoffen die Ermittler auf Unterstützung aus der Bevölkerung. 

Wie die Brandenburger Polizei am Montag mitteilte, kam es zu den beiden Taten bereits in der Nacht zu Sonntag auf einer frei zugänglichen Wiese, die sich vor dem Gebäude der Landesinvestitionsbank befindet. Demnach hatte sich die junge Frau dort zwischen 3 Uhr und 4 Uhr allein auf der Wiese aufgehalten, so eine Polizeisprecherin. Plötzlich habe sich ihr ein unbekannter Mann genähert, der offenbar aus dem Hauptbahnhof gekommen war. Er soll die Frau angesprochen, festgehalten und anschließend vergewaltigt haben. 

Nach der Vergewaltigung rettete sich die Frau vor einem zweiten Mann

Als der Täter geflüchtet war, sei kurz darauf ein weiterer Mann erschienen, der nach Angaben der Frau ebenfalls die Absicht hatte, sie sexuell zu missbrauchen. Die Frau konnte sich rechtzeitig losreißen und ins nahegelegene Bahnhofsgebäude rennen, wo sie sich der Polizei zufolge „einigen Vertrauenspersonen“ anvertraute. Die junge Frau erzählte den Ermittlern später, sie habe am Abend zuvor Alkohol getrunken.

Weil sie mit der Situation überfordert gewesen sei, habe die Polizei auch erst am Sonntagnachmittag von einem Angehörigen des Opfers von der Vergewaltigung erfahren. Es wurde sofort eine Strafanzeige aufgenommen, Spurensicherungen veranlasst und Zeugen vernommen. Ob die Kriminaltechniker am Tatort noch brauchbare DNA oder Haare fanden, war am Montag noch nicht klar. 

Beide Täter sprachen Deutsch mit Akzent 

In den Befragungen konnte die Frau zumindest erste grobe Beschreibungen der gesuchten Männer geben. Demnach sprachen beide Täter Deutsch mit Akzent. Der Vergewaltiger sei etwa 20 bis 25 Jahre alt; er habe dunkle, kurze Haare. Er sei schlank und größer als 1,65 Meter. Der zweite Täter sei größer und kräftiger als der andere Mann. Er hatte einen Bart, der an den Seiten nach unten verläuft und trug eine Jeans. 

Mehrere Kriminalisten der Polizeiinspektion Potsdam würden an dem Fall akribisch arbeiten. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, sagte eine Polizeisprecherin am Montag. Jede Beobachtung aus der Tatnacht könnte die Ermittler entscheidend weiterbringen. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Potsdam unter der Telefonnummer 0331 / 55080 entgegen.