Oranienburg - Eine Frau schiebt ihr Fahrrad über einen Bahnsteig in Oranienburg. Kurze Zeit später ist die junge Mutter tot – ermordet und in einem ehemaligen Nazi-Bunker abgelegt. Die Aufnahmen aus der Überwachungskamera sind vermutlich die letzten Bilder, die die 26-Jährige vor ihrem Verschwinden zeigen. Die Brandenburger Polizei veröffentlichte die Screenshots am Freitag, um den genauen Weg der Frau zu rekonstruieren. Möglicherweise haben Zeugen etwas beobachtet. 

Jedes noch so kleine Detail könnte eine neue Spur sein. Welches Ziel hatte die Oranienburgerin, als sie den Bahnhof verließ? Traf sie jemanden oder fuhr sie direkt in das Waldstück, in dem vier Tage später ihre Leiche entdeckt wurde? Die Ermittler der Mordkommission haben die Hoffnung, dass mit der Veröffentlichung der Bilder einige ihrer Fragen beantwortet werden können.

Diese Kleidung trug die 26-Jährige am Tag ihres Verschwindens 

Die Aufnahmen zeigen die 26-Jährige am 15. Juli gegen 13 Uhr auf dem Bahnhof Oranienburg, kurz nachdem sie das letzte Mal von Bekannten gesehen wurde. Sie trug ein weißes ärmelloses Shirt mit der Aufschrift „Hakuna Matata“, eine weite blaue Stoffhose und Flip-Flops. Auffällig war laut Polizei ihr pinkfarbener BH, welcher durch das weiße Shirt schimmerte. Sie war mit einem Fahrrad unterwegs und hatte ein helle, roséfarbene Handtasche dabei.

Polizei Brandenburg
Die Polizei fragt: Wer hat diese Frau am 15. Juli gesehen? 

Ihr Fahrrad, mit dem sie an dem Tag unterwegs war, fanden die Ermittler später in der Nähe des Fernmeldebunkers aus der Zeit des Nationalsozialismus. Besucher der Anlage im Ortsteil Friedrichsthal hatten die Leiche der Frau am Montagabend in den alten Gemäuern mitten im Wald entdeckt und die Polizei alarmiert. 

Frau wurde nicht vergewaltigt – Polizei rätselt über das Motiv des Täters

Eine Obduktion hatte zwei Tage nach dem Fund den schrecklichen Verdacht bestätigt: Die 26-jährige Vermisste ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft Neuruppin getötet worden. Die Ermittler gehen nicht von einem Sexualdelikt aus. „Für eine Vergewaltigung haben wir keine Spuren gefunden“, sagte Sprecher Torsten Sauermann. Dem Ergebnis der Untersuchungen zufolge starb die junge Frau kurz nach ihrem Verschwinden. Das Motiv des Täters gibt den Ermittlern bisher Rätsel auf. 

Zeugen melden sich bitte in der Polizeiinspektion Oberhavel unter der Telefonnummer 03301/8510 oder in jeder anderen Polizeidienststelle.