Berlin - Aufkleber von Impfdosen sind sehr gefragt – auch wenn sie illegal beschafft worden sind. Die Polizei hat sich offenbar auf die erhöhte Nachfrage von gefälschten Impfpässen eingestellt. Ermittler haben bestimmte Telegram-Gruppen im Blick. In nur wenigen Tagen konnte die Berliner Polizei mehrere Tatverdächtige festnehmen.

Nachdem die Berliner Polizei bereits am Dienstag Dutzende gefälschte Impfpässe in einer Wohnung in Berlin-Lichterfelde gefunden hatte, haben Ermittler nun eine Bande Dokumentenfälscher in Hellersdorf aufgespürt. Erneut waren es Zivilpolizisten, die den Impfpassdealern auf die Spur kamen. Die drei Männer im Alter von 28, 30 und 39 Jahren wurden am Donnerstagmorgen festgenommen, teilte die Polizei mit.

Gefälschte Impfpässe: Polizisten gaben sich als Käufer aus

Wie bereits einige Tage zuvor gerieten die Verdächtigen mit ihren illegalen Angeboten an die Falschen. Die Zivilbeamten hatten sich in einer Telegram-Gruppe offenbar als interessierte Käufer ausgegeben. Denn auch diese mit Impfaufklebern, Arztstempeln und entsprechenden Unterschriften versehenen Dokumente wurden über den bekannten Messengerdienst angeboten, hieß es aus Polizeikreisen.

Die Zivilpolizisten hatten mit den Verdächtigen einen Treffpunkt in Hellersdorf ausgemacht, wo sie fünf Impfausweise kaufen wollten. Die drei Männer kamen nach Angaben der Polizei mit einem Auto, in dem die Polizisten neben den angebotenen fünf Pässen zwei weitere gefälschte Impfpässe fanden. Die sieben Dokumente wurden beschlagnahmt, die Männer wurden vorläufig festgenommen. Gegen das Trio wird nun wegen des Verdachts der Urkundenfälschung und des gewerblichen Betrugs ermittelt.

46 Impfbücher und 33 Impfaufkleber bei einem Drogendealer gefunden

Erst am Dienstag war ein 27-Jähriger Zivilpolizisten in Berlin-Lichterfelde ins Netz gegangen. Der Mann soll in großem Stil mit gefälschten Impfpässen gehandelt haben. Polizisten hatten daraufhin die Wohnung des 27-jährigen Berliners durchsucht und dabei weitere 46 Impfbücher und 33 Impfaufkleber gefunden. In seinem Kühlschrank fanden die Einsatzkräfte zudem knapp ein Kilogramm Amphetamine, etwa 20 Gramm Kokain und knapp 1400 Milliliter anabole Steroide.