Mit einer großangelegten Razzia hat die Berliner Polizei eine Dealer-Bande und einen Kokain-Lieferdienst zerschlagen. Fünf Verdächtige wurden am Donnerstagmorgen verhaftet, darunter auch ein 37-jähriger Justizwachtmeister, der laut Polizeiangaben als Drogenkurier gearbeitet haben soll. Die Polizei durchsuchte 14 Wohnungen und Geschäftsadressen, wie die Behörde mitteilte.

Zu der Bande sollen mindestens elf Täter gehören, die seit längerem Kokain an „einen beträchtlichen Kundenstamm“ ausgeliefert und dabei sehr viel Geld eingenommen haben sollen. Mindestens zwei Ausfahrer waren täglich in ganz Berlin unterwegs, um Kokain an „eine Vielzahl“ von Kunden zu verkaufen, so die Polizei weiter. Die elf Verdächtigen sind zwischen 22 und 65 Jahren alt. Die Polizei ermittelte seit September 2021 gegen die Drogenbande.

Polizei Berlin hat verstärkt Kokain-Lieferdienste im Blick

An der Razzia waren 150 Polizisten und ein Spezialeinsatzkommando (SEK) beteiligt. Wohnungen und Büros wurden in den Stadtteilen Borsigwalde, Britz, Lichtenrade, Reinickendorf, Rummelsburg, Schöneberg, Steglitz, Wedding und Wilmersdorf sowie in Glienicke/Nordbahn im Landkreis Oberhavel stundenlang durchsucht. Dabei sicherten die Einsatzkräfte weitere Beweismittel, hieß es.

In Berlin stehen immer wieder Betreiber von Koks-Lieferdiensten vor Gericht. Die Polizei hat die sogenannten Kokain-Taxis seit langem verstärkt im Blick. Drogen wie Kokain, Marihuana und Amphetamin-Pillen werden in Großstädten seit Jahren von Kunden über Chatprogramme im Internet bestellt und von Dealern per Auto ausgeliefert. Die Bezahlung erfolgt in bar oder per Bitcoin. Die Rauschgiftbanden verdienen damit Millionen.